Über Arne Marenda

Foto- und Mediendesign, Portraitstudio in Nürnberg/zbau. Fotografische Schwerpunkte: Events, Portraits, Urbanes Leben, Landschaften

Die ‚Kleine Reichskanzlei‘ in Bischofswiesen

Unweit von Berchtesgaden und dem Obersalzberg entstand 1936 bis 1937 im Bischofswiesener Stadtteil Stanggaß die ‚Reichskanzlei Dienststelle Berchtesgaden‘. Die Dienststelle fungiert während des Aufenthaltes Adolf Hitlers als Regierungssitz. Etwa 125 Gesetze und Verordnungen wurden in den Räulichkeiten verfasst. Eine ca. 500m langer runterirdischer Bunker führt zu den nahegelegenen Gleisen.

Von 1945-1995 waren die Gebäude der US-Army unterstellt, danach gelangten sie in Privatbesitz. Heute befinden sich dort Wohnungen. Ein großes Schild erinnert am Eingang in das Grunstück an die Geschichte der ehemaligen Reichskanzlei. Über dem Eingang thront noch heute ein Reichsadler mit entnazifizierten Lorbeerkranz in den Krallen.

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Die Aufschrift ‚Kanzlerhaus‘ und der Brunnen waren bei dieser alten Postkarte noch nicht vorhanden.

Obersalzberg: Der Koksbunker

Nördlich der Obersalzbergstraße, nur wenige hundert Meter vom Berghof entfernt, entstand 1940 ein riesiger Kohlebunker, der 3.500 Tonnen Kohle fassen konnte. Oben an der Landstraße wurde der Bunker mit Kohle befüllt. In sechs mit Holztüren verschlossenen ‚Garagen‘ die sich unten befanden wurden kleine LKWs dann durch in der Decke befindliche Schächte beladen.

Das Gebäude ist heute noch in einem ähnlichen Zustand wie 1945, allerdings ist das Dach ist in einem sehr schlechten Bauzustand das auch aus Sicherheitsgründen abgezäunt und abgesperrt ist. Auch in den ‚Befüllungsräumen‘ nagt der Zahn der Zeit und zerstört die Bausubstanz.

Obersalzberg: Theaterhalle

Die Theaterhalle unweit des heutigen Dokumentationszentrums wurde 1937 von Adolf Hitler persönlich eingeweiht und diente in erster Linie zur Unterhaltung der zahlreichen Arbeiter, die in der Nähe untergebracht waren. In der ca. 65x25qm großen Halle gab es vornehmlich Filmvorführungen aber auch Propagandaveranstaltungen. Das Gebäude stand auf Betonfundamenten und wurden ansonsten fast komplett aus Holz errichtet. Die Halle erreichte eine Höhe von 12m und auf der Rückseite prangte ein riesiger Reichsadler mit Hakenkreuz. 1944 kam es aufgrund der zu großen Eis-, und Schneelast zu einem Teileinsturz des Daches

Ansichtskarte Theaterhalle am Obersalzberg ©Photohaus J.Schmid Berchtesgaden, Datum: nach 1937

Nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft wurde das Holz des Gebäudes u.a. zum Wiederaufbau der Herz-Jesu-Kirche in München verwendet. Diese brannte aber 1994 ab und wurde komplett neu errichtet.

Wenn man heute vom Dokuzentrum den Carl-von-Linde-Weg entlang läuft, stößt man rechterhand noch auf zahlreiche Betonfundamente, die auch die Größe des Gebäudes erahnen lassen.