Luftschutzanlage unter den ‚Sieben Zeilen‘

Ende April war ich mal wieder im Untergrund Nürnbergs unterwegs. Der Verein Nürnberger Felsengänge hatte eine Sonderführung im Angebot. Diesmal startete die Tour im Pellerhof und führte dann zum Webersplatz, wo sich der Einstieg in die ehemaligen Luftschutzkeller unterhalb der Sieben Zeilen befindet, die ab 1941 dort angelegt wurden. Für den Ausbau der Stollen wurden auch ‚Zwangsarbeiter‘ eingesetzt, die für die Arbeiten von dem Lagergelände am Reichsparteitagsgelände herangebracht wurden. Hier der Originaltext der Veranstaltung:

EIN BITTERES ENDE UND EIN NEUER ANFANG
– Das Kriegsende in Nürnberg und in Deutschland –
Kriegsende – die alte Ordnung zusammengebrochen, eine neue Ordnung noch im Entstehen. Menschen auf der Suche nach Essen, Wohnraum und Brennmaterial. Menschen auf dem Weg ins Ungewisse nach Gefangenschaft, Vertreibung, Flucht oder Kampf, aber auch unterwegs in eine neue Zukunft. Ein neues Leben auf den Trümmern des alten aufzubauen, stellte die Menschen vor schier unlösbare Herausforderungen. Wir geben Ihnen in den ehemaligen Luftschutzräumen unter den Sieben Zeilen einen Einblick in diese unruhige Zeit des Neubeginns.

Vielen Dank an den Verein – es war wieder ein sehr interessanter Einblick in die Nürnberger Geschichte!

Strafanstalt am Holzweiher und Trümmerbahn

Der Holzweiher im Forsthof bei Nürnberg ist nach dem Krieg durch die Aufstauung des Fischbachs entstanden. Nur Unweit davon befand sich bis Anfang der 1970er Jahre eine Strafanstalt die dort Anfang der 1950er Jahre eingerichtet wurde. Die Häftlinge mussten tagsüber in einer Baumschule, in der Fischzucht, Tierzucht oder als Waldarbeiter arbeiten. Das Gebäude und das Gelände ist heute Teil der Bayerischen Staatsforsten und war bis vor kurzem mit einem Zaun umzäunt.

Ein genaues Baujahr des Gebäudes konnte ich leider bislang nicht in Erfahrung bringen. Interessant wäre auch die Information, ob das Gebäude bereits in den 1940er Jahren existent war und eventuell im Zusammenhang mit dem in der Nähe befindlichen Kriegsgefangenenlager ‚Russenwiese‘ stand.
Mehr Infos über die Strafanstalt

Etwas weiter südlich befindet sich noch ein Ort den mal als ‚historisch‘ betrachten kann: Reste der alten Trümmerbahn, auch ‚Mollbahn‘ genannt. Durch Bombenangriffe die eigentlich ein anderes Ziel treffen sollten, wurde das Gelände im 2. Weltkrieg zu einem zerstörten Brachland dass nach dem Krieg wieder aufgeforstet wurde.
Nachdem der Platz am ‚Silberbuck‘ und ‚Föhrenbuck‘ nicht mehr ausreichten den Schutt aus der zerstörten Stadt aufzunehmen, wurden im Forsthof Schmalspurschienen verlegt, die den Schutt auf das Gelände brachten und ‚möglichst gleichmäßig und unauffällig‘ verteilt. Die Trümmerbahn fuhr zwischen 1946 und 1950.
Danach wurden die Gleise wieder demontiert und das Gelände renaturiert. Etwas abseits der Wege findet man auch heute noch die aufgeschütteten Erdwälle und die ehemaligen Trassenführungen.
Mehr Infos über die Trümmerbahn

Reichsbank

Baujahr: 1939/40
Schwabach, Südliche Ringstraße 7

Bei dem Reichsbank-Bau in Schwabach handelt es sich laut Bayerischer Denkmalliste um einen ‚Dreigeschossigen, giebelständigen und verputzten Steilsatteldachbau mit tiefer Pfeilervorhalle und holzverkleideten Giebeln‘. Architekt des markanten Gebäudes war der deutsche Architekt Heinrich Wolff, der auch als Reichsbank-Baudirektor und Leiter des Baubüros der Deutschen Reichsbank agierte.
Vielen Dank an dieser Stelle an Detlef Ott für die Bereitstellung der historischen Postkarten und Fotos, die man auf seiner sehr interessanten Website: https://www.ott-schwabach.de/ betrachten kann.

Postkarte von 1942, aus der Sammlung Detlef Ott – Zweites Bild: Febr. 2021
Postkarte von 1943, aus der Sammlung Detlef Ott – Zweites Bild: Febr. 2021