Gedenkstätten & Denkmäler

KATHARIENKLOSTER

Katharienkloster (Ruine) (1297)
Heute: Veranstaltungsort für Konzerte

Seit 1970/71 ist die Ruine des ehemaligen Katharienklosters ein Mahnmal gegen die furchtbaren Zerstörungen während des 2. Weltkrieges. Durch die besondere Akkustik in dem Klostertorso ist die Katharienruine zu einem beliebten Konzertort geworden (z. B. während des Bardentreffens).

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Die 1297 eingeweihte Klosterkirche bestand bis 1596 als sie durch die evangelische Reformation als Kloster aufgelöst wurde. In den folgenden Jahrhunderten war sie Versammlungsraum für die Nürnberger Meistersinger, Kultur- und Versamlungsort und Ausstellungsort für die von den Nationalsozialisten zurückgeholten ‚Reichskleinodien‘ die hier zeitweise ausgestellt wurden.

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SYNAGOGE IN DER ESSENWEINSTRAßE

Synagoge in der Essenweinstraße (1903-1938)
Essenweinstraße
Heute: Zerstört – Gedenkstein

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Die Geschichte der Judenverfolgung machte auch vor Nürnberg nicht halt. Ab 1499 war Juden das Betreten der Stadt zum Handel treiben nur gegen Entrichtung eines Leibzolls und unter strengen Kontrollen gestattet.

Dies änderte sich erst 1850, als sich die ersten Jüdischen Bürger wieder im Nürnberger Stadtgebiet ansiedeln konnten. Ab 1862 gab es die erste jüdische Gemeinde die auch einen eigenen Friedhof erwerben konnte.

Nach Errichtung der Haupsynagoge am Hans-Sachs-Platz, wurde 1902 die zweite Synagoge der Israelitischen Religionsgemeinschaft Addas Isroel an der Essenweinstraße errichtet. Diese Synagoge wurde für die kleinere, orthodoxe Geimeinde errichtet, deren Mitglieder hauptsächlich aus Osteuropa (Galizien, Rumänien, Ungarn) stammten.

Während der Reichsprogromnacht am 8./9.11.1938 wurde die Synagoge durch Brandstiftung von SA-Männern zerstört.

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50 Jahre später, am 9.11.1988 wurde das heutige Denkmal an der Essenweinstraße eingeweiht.

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SYNAGOGE AM HANS-SACHS-PLATZ

Synagoge am Hans-Sachs-Platz (1874-1938)

Spitalbrücke/Hans-Sachs-Platz
Heute: Gedenkort

Foto: Ferdinand Schmidt

Foto: Ferdinand Schmidt

Die Nürnberger Hauptsynagoge am Hans-Sachs-Platz wurde nach Plänen des Stuttgarter Architekten Adolf Wolff 1874 errichtet und war für den Großteil der Nürnberger Juden gedacht.

So lebten 1933 etwa 7500 Juden im Nürnberger Stadtgebiet – ca. 85% gehörten der Gemeinde am Hans-Sachs-Platz an. Im Gegensatz zur kleineren Synagoge an der Essenweinstraße wurde die Hauptsynagoge nicht in der Reichsprogromnacht zerstört, sondern bereits im August 1938.

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Grundlage für den Abbruch des großen Gotteshauses waren eine Verfügung „über die Neugestaltung der Stadt der Reichsparteitage“ vom 27.07.1938.

Der Gedenkstein am damaligen Standort der Synagoge wurde am 7. August 1988 eingeweiht.

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Neben der Gedenkstätte befindet sich eine Gedenktafel für Leo Katzenberger, einem jüdischen Unternehmer, dem seine angebliche Liaison mit einem Nürnberger Mädchen zum Verhängnis wurde.

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Leo Katzenberger wurde im März 1942 zum Tode verurteilt und am 3. Juni 1942 Wochen später in München hingerichtet.

Weiterführender Link:
http://www.alemannia-judaica.de/nuernberg_synagoge.htm

Kriegerdenkmal in Marloffstein bei Erlangen (1925)

Marloffstein, Haupstraße/Am alten Brunnen

Das 1925 errichtete Kriegerdenkmal für die gefallenen Soldaten des 1. Weltkriegs, zeigt eine Halbfigigur, die Hände betend über Helm und Schild mit Eisernem Kreuz und Eichenlaub.
Material: Sandstein

Photos ©2014 by Arne Marenda

Synagoge Esseinweinstraße (1902)

Esseinweinstraße

Die Geschichte der Judenverfolgung machte auch vor Nürnberg nicht halt. Ab 1499 war Juden das Betreten der Stadt zum Handel treiben nur gegen Entrichtung eines Leibzolls und unter strengen Kontrollen gestattet. Dies änderte sich erst 1850, als sich die ersten Jüdischen Bürger wieder im Nürnberger Stadtgebiet ansiedeln konnten. Ab 1862 gab es die erste jüdische Gemeinde die auch einen eigenen Friedhof erwerben konnte.


Foto: By Unknown, reproduction of photograph from 1900 or earlier

Nach Errichtung der Haupsynagoge am Hans-Sachs-Platz, wurde 1902 die zweite Synagoge der Religionsgemeinschaft Adas Israel an der Essenweinstraße errichtet. Diese Synagoge wurde für die kleinere, orthodoxe Geimeinde errichtet, deren Mitglieder hauptsächlich aus Osteuropa (Galizien, Rumänien, Ungarn) stammten.

Während der Reichsprogromnacht am 8./9.11.1938 wurde die Synagoge durch Brandstiftung von SA-Männern zerstört. 50 Jahre später, am 9.11.1988 wurde das heutige Denkmal an der Essenweinstraße eingeweiht.

Fliegerdenkmal an der Ehrenhalle (1924)

An der Ehrenhalle/Luitpoldhain

Das Fliegerdenkmal an der Ehrenhalle wurde 1924 von Walter Franke für die gefallenen deutschen Piloten des 1. Weltkriegs gestaltet. Das Denkmal zeigt ein abstürzendes/auf dem Kopf stehendens Flugzeug.

Ursprünglich stand das Denkmal an der Dutzendteichstraße, wurde dann aber anlässlich der Eröffnung des neuen Nürnberger Flughafens am Marienberg an die Marienbergstraße verlegt.

Im 2. Weltkrieg wurde das Fliegermal schwer beschädigt und nach der Restaurierung an der Rückseite der Ehrenhalle 1958 wieder aufgestellt – zum Gedenken an die gefallenen Piloten des 1.- und 2. Weltkriegs.

Ehrenhalle am Luitpoldhain (1929/30)

Luitpoldhain/ An der Ehrenhalle

Die Ehrenhalle am Luitpoldhain wurde zum Gedenken an die Gefallenen des 1. Weltkriegs 1930 von Oberbürgermeister Hermann Luppe eingeweiht. Die Nationalsozialisten nutzten den Luitpoldhain und die Ehrenhalle für ihre Inszenierung des Totenkults für die Gefallenen des 9. November 1923, dem Hitlerputsch.


(Foto: Bundesarchiv, Bild 183-1987-0410-501 / CC-BY-SA [CC-BY-SA-3.0-de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)%5D, via Wikimedia Commons)

Damals kamen 16 Putschisten aus den eigenen Reihen ums Leben. Hitler veranstaltete während der Nürnberger Reichsparteitage einen feierlichen, pseudoreligiösen Totenkult bei dem an der Ehrenhalle u. a. Kränze niedergelegt wurden (Luitpoldarena). Nach 1945 dient die Ehrenhalle wieder dem Gedenken an die Gefallenen des 1. und auch des 2. Weltkriegs. Zum Volkstrauertag findet hier jährlich eine Gedenkveranstaltung statt.

Zwangsarbeiter-Denkmal (2007)

Am Plärrer, U-Bahnhof Plärrer

62 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde in Nürnberg ein Denkmal für die ca. 100.000 Zwangsarbeiter eingeweiht, die zwischen 1939 und 1945 in der fränkischen Metropole arbeiten mussten. Bereits vor 20 Jahren wurde vom Stadtrat beschlossen ein Denkmal zu errichten. Dennoch dauerte es noch bis zum Jahre 2000 bis sich besonders der ehemalige Zwangsarbeiter Rob Zweerman für die Errichtung des Denkmals einsetzte.

Mindestens 100.000 Zwangsarbeiter aus über 40 Ländern waren bei ca.  150 Nürnberger Firmen beschäftigt. Etwa 5.900 Zwangsarbeiter mussten aufgrund der zum Teil sehr schlechten Lebensumstände Ihr Leben lassen.

Die Zwangsarbeiter waren zumeist in den Rüstungsunternehmen ihre Arbeit verrichten, wurden aber auch im Einzelhandel oder bei der Stadt Nürnberg verwendet. Nicht selten mussten Zwangsarbeiter nach Bombenangriffen, bei denen sie selbst oft ohne Schutz ausgeliefert waren, die Trümmer beseitigen oder Blindgänger entschärfen. Mit der gemeinsamen Entschädigungs-initiative von Staat und Wirtschaft wurden die letzten noch lebenden Zwangsarbeiter im Jahre 2006 entschädigt.

2005 gewann Prof. Hermann Pitz die Ausschreibung den von der Stadt Nürnberg ausgeschriebenen Wettbewerb mit seinem Entwurf „Transit“. Über 3.000 Aluminium-Männchen halten sich symbolisch an den Händen. Das Denkmal ist sowohl überirdisch, als auch unterirdisch zu betrachten. Das Denkmal kostete 50.000 Euro. Der Standort Plärrer wurde deswegen gewählt, weil sich damals am sog. Plärrer-Automat, einem Straßenbahn-Wartehäuschen, die Zwangsarbeiter für Informations- und Warenaustausch trafen. Der Plärrer-Automat wurde nach dem Krieg abgerissen weil er der neuen Verkehrsführung Rechnung tragen musste.

Weiterführende Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Zwangsarbeiter-Mahnmal_%E2%80%9ETransit%E2%80%9C

http://www.rijo.homepage.t-online.de/pdf/DE_NU_WK2_firmen.pdf

Gedenkstätte Konzentrationslager Sachsenhausen (1936/37)

Gedenkstätte Konzentrationslager Sachsenhausen, Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg

Geschichte und Fakten:
Schon bald nach Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden im Deutschen Reich sog. Wilde Konzentrationslager errichtet. Arbeitslager, in denen dem Regime unerwünschte Personen eingesperrt wurden. So ein wildes KZ existierte auch in Oranienburg.
Das Nachfolge-KZ-Sachsenhausen wurde zwischen 1936 und 1937 hauptsächlich durch Häftlinge des KZs Esterwegen errichtet und bestand aus 51 fächerartig angeordneten Holzbaracken. Die Häftlinge, Juden, Sinti und Roma, Asoziale, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Berufsverbrecher und anfangs auch politische Gefangene mussten schwerste Arbeiten z. B. in einem Klinkerwerk verrichten. Die Verpflegung, die hygienischen Bedingungen sowie die Zustände in den Baracken der war katastrophal und absolut unmenschlich. Zu den absolut grausamen Lebensbedingungen kamen noch Prügel und Gewaltorgien der SS-Aufseher und entwürdigende Maßnahmen hinzu.

Die meisten Opfer starben an Krankheiten, Hunger, Unterernährung oder Erschöpfung. Nach Kriegsbeginn kamen auch tausende von russischen Kriegsgefangenen nach Sachsenhausen. Vielen von ihnen starben durch Erschießung oder durch Vergasung (ab 1943) in der sog. Station Z. Im April 1945 wurden ca. 33.000 Häftlinge auf Todesmärsche Richtung Ostsee gebracht – ca. 6.000 Menschen überlebten diesen Marsch nicht. Das Lager Sachsenhausen wurde am 22.04.1945 von der russischen Armee befreit – sie fanden noch ca. 3.000 Häftlinge lebend an.

Die grausige Geschichte von Sachsenhausen ging aber auch nach Ende des 2. Weltkriegs noch weiter. Das Lager wurde von 1945-1950 als Internierungslager der russischen Geheimpolizei NKWD genutzt. Geschätzte 60.000 Menschen, z. T. SS-Angehörige und andere Funktionsträger des Nazi-Regimes, aber auch Gegner des neuen kommunistischen Regimes wurden hier inhaftiert. Aufgrund von Mißhandlungen, Hunger und Krankheiten überlebten 13.000 Menschen den Aufenthalt nicht.

Mehr Infos: http://www.stiftung-bg.de/gums/de/

http://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Sachsenhausen

http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/holocaust/sachsenhausen/