Militär- und Parteibauten

FLUGHAFEN ATZENHOF

Flughafen Atzenhof Fürth
Flugplatzstraße/Gustav-Weißkopf-Straße/Charles-Lindbergh-Straße
Baujahr: ab 1915
Heute: Gewerbegebiet, Büros, Wohnen, Schule, Sport- und Golfpark, Hafen & Industrie

Die erste Nutzung erfolgte durch das Königlich-bayerische Militär als Fliegerstation, mit einer Werft, Flugzeughallen, Magazin und weiteren Gebäuden.
Nach dem 1. Weltkrieg wurde der Flugplatz als internationaler Zivilflughafen genutzt und hieß ab 1922 ‚Flughafen Fürth-Nürnberg‘.


In den 20er Jahren war er damit der achtgrößte Flughafen in Deutschland. Bedeutung hatte der Standort auch für die Firma Junkers-Werke Dessau, die bis 1929 eine Flugwerft und eine Montagestätte auf dem Gelände betrieben.
Nach finanziellen Problemen übernahm die Stadt Nürnberg den Flughafen und benannten ihn in ‚Nürnberg-Fürth‘ um.



Restaurant am Flugplatz Atzenhof, 1926
Quelle: https://www.fuerthwiki.de/wiki/index.php?curid=31778


Um 1933 entstand auf dem Marienberg in Nürnberg ein neuer Zivilflughafen der den in Atzenhof ablöste und machte damit Platz für eine erneute militärische Nutzung durch die Reichsluftwaffe.
Zwischen 1933 und 1945 entstanden drei große Werfthallen, das Befehlsgebäude, das Feuerwehrhaus sowie Kasernenbauten.








https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Monteith_Barracks.jpg

Nach dem Krieg abnahm die U.S. Army das Gelände und nutzte das Gelände überwiegen als Panzerkaserne Monteith-Barracks. Zudem wurde auf dem Gelände eine große Asphaltbahn für die Flächenflugzeuge der U.S. Army errichtet. 1993 wurde der alte Flughafen an die Bundesrepublik übergeben. Seit dieser Zeit wurde das Areal völlig umgebaut und einer neuen Nutzung zugeführt. Im Westen entsand  Anfang der 70er Jahre der ‚Hafen‘ und der Europakanal, viele Firmen siedelten sich in einem Gewerbegebiet an und es entstand ein neues Wohngebiet.


Einige historischen Bauten sind zum Teil denkmalgeschützt und stehen noch in zumeist abgeänderter Form, ein Großteil der Gebäude sind aber im Laufe der letzten 10-15 Jahre verschwunden und im wahrsten Sinne des Wortes ‚dem Erdboden gleichgemacht‘ worden.

Noch viel mehr Infos gibt es auf folgenden Websites:
http://www.nbg-mil-com.de/Monteith/Mo-alt/mo-alt.htm
https://www.forgottenairfields.com/airfield-feurth-atzenhof-1106.html
https://www.fuerthwiki.de/wiki/index.php/Flugplatz_F%C3%BCrth-Atzenhof

GÄSTEHAUS DER NSDAP

Gästehaus der NSDAP (1935/36)
Bahnhofsplatz 3/Gleißbühlstraße
Heute: Umbau zu einem Hotel

Innerhalb von nur sieben Monaten wurde dieses Großhotel für die Ehrengäste der NSDAP während der Reichsparteitage neben dem schon bestehenden Grand Hotel errichtet. Die Sandsteinverblendung wurde allerdings erst später fertiggestellt. Der Dachbereich ist nicht mehr original erhalten. Nach dem Krieg wurde das Hotel für die Anwälte und Richter der Nürnberger Prozesse von der amerikanischen Militärregierung verwendet und dann als „American Bavarian Hotel“ genutzt. Auf der Rückseite des Gebäudes kann man noch einige amerikanische Beschriftungen entdecken.

1996 wurde der Bau in ein Appartment-Wohnhaus mit Gastronomie im Eingangsbereich umfunktioniert und stand mit kurzfristigen Unterbrechungen seit ca. 2003 leer. Dringend nötige, umfangreiche Sanierungen hielten Investoren trotz zentraler Lage lange Zeit davon ab sich dem Gebäude anzunehmen.

Mittlerweile wird das ehemalige Gästehaus der NSDAP, indem u.a. Hermann Göring während der Reichsparteitage in einer eigenen Suite nächtigte, zu einem Hotel der Kette Park Plaza saniert und umgebaut. Die Eröffnung ist für Anfang 2016 geplant.

Bericht der NN

OFFIZIERSMESSE BUCHENBÜHL

OFFIZIERSMESSE BUCHENBÜHL
Baujahr: 1937
Rathsbergstraße 300 | 90411 Nürnberg
Heute: Jugendhotel Nürnberg

Der eingeschossige Bau mit zwei Flügeln hat ein Satteldach, Sichtfachwerkgiebel und wurde im ‚Heimatstil‘ erbaut. Das Gebäude war Teil eines Luftnachrichtenlagers (Offiziersgebäude).

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LUFTNACHRICHTENKASERNE BUCHENBÜHL

Nürnberg-Buchenbühl
Ehrenbürgweg (am Kothbrunngraben)
Baujahr: ?

Möglicherweise Fundamente und Reste einer Luftnachrichtenkaserne unweit des Kasinos (Ehrenbürgweg, am Kothbrunngraben) in der das 18. Kompanie Luftgau-Nachrichten-Regiment 13 stationiert war. Nach dem Krieg durch die Deutsche Post genutzt und dann in den 2000er Jahren (?) gesprengt und abgetragen.

Offiziere bei einer Vereidigung des Luftgau-Nachrichten-Regiments 13
im Lager Buchenbühl 1939

FRANZ-KÖHL-TURM

FRANZ-KÖHL-TURM (1936)
Reichswald (geographische Lage)
Heute: zugänglich im Reichswald

Die Wehrmacht hatte im Forst Tennlohe im Sebalder Reichwald einen Truppenübungsplatz angelegt. Der 1936 errichtet Aussichtsturm diente zur Überwachung der Schießübungen am Dornberg und am Gründlacher Berg. Die an dem sieben Meter hohen Turm war ursprünglich angebrachte Leiter wurde mittlerweile aus Sicherheitsgründen entfernt. Franz Köhl war ein Hauptmann während des ersten Weltkriegs in Südwestafrika. Ein Teil des Truppenübungsplatzes wurde bis 1993 von der US Army genutzt.

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Aufnahme von 2006

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Aufnahme von 2006

LUFTGAUKOMMANDO XIII

LUFTGAUKOMMANDO XIII (1937-1938)
Schafhofstraße
Heute: Wohnheim (im Herbst 2019 abgerissen)

Ursprünglich war für die Verwaltungsgebäude des Luftgaukommandos ein großer Komplex mit vielen Gebäuden im ländlichen Fachwerkstil vorgesehen. Dies wurde aber nur zum Teil verwirklicht. Das Gebäude enthält typische Elemente der NS-Architektur, wie die Rundbögen im Eingangsbereich oder der von Säulen getragene Vorbau des Nebeneingangs.

Das Luftgau-Kommando XIII wurde 1937 aufgestellt und existierte bis 1941. Ein offizielles Hinweisschild auf die Geschichte des Gebäudes wurde nicht angebracht. Das Gebäude wurde in den letzten Jahren als Asylunterkunft und Wohnheim genutzt.

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NSDAP-GAUHAUS

NSDAP-GAUHAUS (1935-37)
Marienplatz 5
Heute: Verwaltung Nürnberger Nachrichten

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Architekt des Gebäudes war Franz Ruff, an der rückseitigen Fassade befindet sich sich ein Herkulesrelief von Wilhelm-Nida-Rümelin.

Die Stadt Nürnberg nahm den 50. Geburtstag des fränkischen Gauleiters Julius Streicher zum Anlass dem umstrittenen „Frankenführer“ ein Grundstück zu schenken. Hierauf entstand in den Folgejahren das NSDAP-Gauhaus. Ein repräsentativer zweistöckiger Bau mit Reichsadler an der Vorderseite und mytischem Relief an der Rückfassade. Die Einweihung erfolgte im Februar 1937. Seit 1949 ist das gut erhaltene, bzw. wieder aufgebaute Gebäude Sitz der lokalen Nachrichtenverwaltung der Verlagsleitung des „Verlag Nürnberger Presse“ sowie die Anzeigenabteilung der „NN“, dessen Symbol“ an der Stelle des ehemaligen Reichsadlers prangt.

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Fotoupdate 2/2018

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LUFTSCHUTZSCHULE ‚HERMANN GÖRING‘

LUFTSCHUTZSCHULE HERMANN GÖRING (1936)
Ostendstraße 122
Heute: Mittlerweile komplett abgetragen, heute ParkplatzIMG_0649 IMG_0650 Kopie IMG_0652 IMG_0653 IMG_0654 IMG_0655
In diesem Gebäude ab Juni 1936 wurden Luftschutzwarte ausgebildet – die erste Einrichtung dieser Art in Bayern. Neben Übernachtungs- und Schulungsräumen, Speisaal und weiteren Räumen gab es im Dachgeschoss auch eine Kriechstrecke. Das Gebäude wurde bis vor kurzem von THW-Ortsgruppe Nürnberg-Nord verwendet.

SS-Kaserne

SS-Kaserne (1937-39)
Frankenstraße 210 | Nürnberg
Heute: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
Zollamt und Kulturzentrum

Zeit des Nationalsozialismus
Die Bauarbeiten an der ehemalige SS-Kaserne an der Frankenstraße begannen am 20. Oktober 1937 und sollten zum Reichsparteitag 1938 abgeschlossen sein. Für den Bau der Kaserne mussten Firmen verschwinden, Bahngleise demontiert werden und sogar die relativ neue Straßenbahnlinie unterirdisch verlegt werden (Unterführung).
Tatsächlich wurde ein Großteil des Gebäudekomplexes nach großen verwaltungstechnischen Schwierigkeiten sowie Kompetenzstreitereien am
2. Juni 1939 eingeweiht.

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Die Kaserne wurde von den Nationalsozialisten als „Einfallstor zum Reichsparteitagsgelände“ bezeichnet, obwohl das Gebäude nicht in unmittelbarer Nähe des RPT-Geländes liegt und die Kaserne bis 1936 in den Planungen nicht vor kam. Neben dem großen Hauptgebäude mit zwei Seitenflügeln mit Innenhof, wurde ein großer Exerzierplatz und weitere Nebengebäude angelegt. In der Kaserne wurde Funker ausgebildet, die z. T. auch eine eigene Einheit, die SS-Nachrichten Ersatzabteilung bildeten. Später kamen auch Polizeibeamte, die 1942/43 dann zur „Polizei-Division-Nachrichten Abteilung“ in der Waffen-SS zusammengeführt wurden in die Kaserne.

KZ-Außenlager/Zwangsarbeit
1941 wurde die Kaserne auch als KZ-Außenlager Dachau und 1943 als KZ-Außenlager Flossenbürg genutzt. Die KZ-Häftlinge mussen Bauarbeiten auf dem Gelände verrichten, Bomben entschärfen und Bombenschäden beseitigen. Die Häftlinge wurden teilweise auch an Nürnberger Firmen zu Bauarbeiten verliehen. Der letzte Leidensweg der KZ-Häftlinge führte sie 1945 wieder zu Fuß nach Dachau zurück. SS-Kaserne-04SS-Kaserne-03

Rückansicht der ehemaligen SS-Kaserne

Rückansicht der ehemaligen SS-Kaserne

Am 18. April 1945 mussten sich die letzten SS-Einheiten der amerikanischen Armee geschlagen geben.

US-Army/Merell Barracks 1948-1992
In den nachfolgenden Jahren bis 1947 wurden in den „Merrell Barracks“, wie die Kaserne fortan hieß, die sogenannten „Displaced Persons“ (DPs) untergebracht – Zwangsarbeiter aus ganz Europa, die nicht sofort in ihre Heimatländer zurückkehren konnten oder wollten. So lebten im September 1945 noch über 5.000 DPs in dem Gebäude. Erst 1948 wurde die Kaserne komplett von der US-Armee übernommen.

SS-Kaserne-02

Im September 1992 wurden die „Merrell Barracks“ der Stadt Nürnberg, bzw. der Bundesrepublik Deutschland wieder übergeben. Nach umfangreichen Umbaumaßnahmen zog im Dez. 1996 das ‚Bundesamt zur Anerkennung ausländischer Flüchtlinge‘ in das Hauptgebäude ein. Einige Nebengebäude wurden abgerissen, andere bis heute als Kunstverein oder Veranstaltungsort (Z-Bau) genutzt.

Der ‚Z-Bau‘
Ein Teilbereich der ehemaligen Kaserne, der bis 1945 als ‚Führerheim‘,  diente wurde am 2000 als Kunst-, Kulturzentrum genutzt. nach einigen Jahren wurde eine Renovierung unumgänglich und der  nach seiner Form benannte Bau wurde umfangreich saniert. Im Herbst 2015 kam es dann zur Wiedereröffnung mit einem neuen Konzept (zbau).

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Innenansicht des 'Z-Baus' während der Umbauphase 2014

Innenansicht des ‚Z-Baus‘ während der Umbauphase 2014

Eingangsbereich zum Kulturzentrum Z-Bau

Eingangsbereich zum Kulturzentrum Z-Bau