RAD-LAGER in Frauendorf (Ofr.)

Baujahr: 1935
Bad Staffelstein – Ortsteil Frauendorf

Ab 1935 entstand am Ortsrand von Frauendorf bei Bad Staffelstein in Oberfranken ein RAD-Lager welches hauptsächlich für den Ausbau des Straßennetzes errichtet wurde. Die jungen Männer – und ab 1939 auch die Frauen – mussten 6 Monate ‚Dienst für das Reich‘ ableisten. Sie wurden hauptsächlich im Straßenbau, in der Landwirtschaft oder für sonstigen Bauvorhaben eingesetzt.
Bei der Errichtung des Lagers stieß man auf frühzeitliche Skelette und zahlreiche Fundstücke die von einer frühen Besiedlung dieser Region zeugten

Im Frühling 1945 diente das RAD-Lager noch als Kriegsgefangenenlager bevor es dann nach Ende des Zweiten Weltkrieges an die US-Army überging und dann – wie so viele andere Lager – als Übergangunterkunft für ‚Displaced Person‘ diente. Fast alle Gebäude würde abgebaut – nur das Wohnhaus des Lagerleiters ist noch erhalten geblieben. Und steht unter Denkmalschutz. Auf dem Gelände des ehemaligen Lagers wurde Ende der 50er Jahre eine Volksschule errichtet.

FLUGHAFEN ATZENHOF

Flughafen Atzenhof Fürth
Flugplatzstraße/Gustav-Weißkopf-Straße/Charles-Lindbergh-Straße
Baujahr: ab 1915
Heute: Gewerbegebiet, Büros, Wohnen, Schule, Sport- und Golfpark, Hafen & Industrie

Die erste Nutzung erfolgte durch das Königlich-bayerische Militär als Fliegerstation, mit einer Werft, Flugzeughallen, Magazin und weiteren Gebäuden.
Nach dem 1. Weltkrieg wurde der Flugplatz als internationaler Zivilflughafen genutzt und hieß ab 1922 ‚Flughafen Fürth-Nürnberg‘.


In den 20er Jahren war er damit der achtgrößte Flughafen in Deutschland. Bedeutung hatte der Standort auch für die Firma Junkers-Werke Dessau, die bis 1929 eine Flugwerft und eine Montagestätte auf dem Gelände betrieben.
Nach finanziellen Problemen übernahm die Stadt Nürnberg den Flughafen und benannten ihn in ‚Nürnberg-Fürth‘ um.



Restaurant am Flugplatz Atzenhof, 1926
Quelle: https://www.fuerthwiki.de/wiki/index.php?curid=31778


Um 1933 entstand auf dem Marienberg in Nürnberg ein neuer Zivilflughafen der den in Atzenhof ablöste und machte damit Platz für eine erneute militärische Nutzung durch die Reichsluftwaffe.
Zwischen 1933 und 1945 entstanden drei große Werfthallen, das Befehlsgebäude, das Feuerwehrhaus sowie Kasernenbauten.








https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Monteith_Barracks.jpg

Nach dem Krieg abnahm die U.S. Army das Gelände und nutzte das Gelände überwiegen als Panzerkaserne Monteith-Barracks. Zudem wurde auf dem Gelände eine große Asphaltbahn für die Flächenflugzeuge der U.S. Army errichtet. 1993 wurde der alte Flughafen an die Bundesrepublik übergeben. Seit dieser Zeit wurde das Areal völlig umgebaut und einer neuen Nutzung zugeführt. Im Westen entsand  Anfang der 70er Jahre der ‚Hafen‘ und der Europakanal, viele Firmen siedelten sich in einem Gewerbegebiet an und es entstand ein neues Wohngebiet.


Einige historischen Bauten sind zum Teil denkmalgeschützt und stehen noch in zumeist abgeänderter Form, ein Großteil der Gebäude sind aber im Laufe der letzten 10-15 Jahre verschwunden und im wahrsten Sinne des Wortes ‚dem Erdboden gleichgemacht‘ worden.

Noch viel mehr Infos gibt es auf folgenden Websites:
http://www.nbg-mil-com.de/Monteith/Mo-alt/mo-alt.htm
https://www.forgottenairfields.com/airfield-feurth-atzenhof-1106.html
https://www.fuerthwiki.de/wiki/index.php/Flugplatz_F%C3%BCrth-Atzenhof