DAF-LAGER

DAF-LAGER (1939)
Regensburger Straße 364-414
Heute: August-Meier Altenheim

1939 entstand an der Regensburger Straße, direkt angrenzend an das Reichsparteitagsgelände, ein großer Wohnkomplex für die Arbeiter der DAF die am RPT-Gelände arbeiteten. An das Hauptgebäude sind sieben zusammenhängende Nebengebäude gebaut worden, die als Unterkünfte dienten. Die im Wald liegende Anlage, die schwere Bombenschäden zu verzeichnen hatte, wurde nach dem Krieg als Unterkunft für amerikanische Soldaten und ab 1947 bis heute als Altenheim, dem „August Meier Heim“ genutzt. Seit 2020 entstehen Erweiterungsgbäude für das Heim, das Waldstück in nördlicher Richtung wurde ebenfalls für Neubauten gerodet.

Fotoupdate 2021:

Im hinteren Bereich werden und wurden Asylsuchende, bzw. Obdachlose untergebracht. Seit 1981 werden einige Gebäude auch von dem ‚Olaf-Ritzmann-Kollektiv‘, einer altlinken Wohngemeinschaft bewohnt und bewirtschaftet.

Fliegerhorst Unterschlauersbach

Fliegerhorst Unterschlauersbach
Geheimbezeichnung ‚U-Bach‘
In Betrieb von 1934-1945

Das Gelände zwischen Ansbach und Nürnberg auf einer Hochebene gelegen, war bis 1934 in landwirtschaftlicher Nutzung. Die benötigte Fläche wurde gegen eine Pachtzahlung zwangsenteignet. Der Fliegerhorst diente hauptsächlich zur Ausbildung von Piloten, aber es wurde in den 40er Jahren auch eine Fertigungskontrolle von Flugzeugen durchgeführt. Insgesamt entstanden 20 Baracken für die Mannschaften, Benzinlager, Tankstellen, diverse Funktionsgebäude, Bunker, Unterstände und sogar Flugzeugwerften. Der Badeteich des Ortes wurde zum Löschwasserbecken ausbetoniert und wurde in der Nachkriegszeit zum Naturbad. Der damalige noch existente Bahnhof wurde auf vier Gleise ausgebaut, da die Versorgung des Fliegerhorsts hauptsächlich mit der Bahn durchgeführt wurde.

Quelle: https://www.grosshabersdorf.de/showpicsizedclick.php?imageshow=2190&picnr=9


Nach Stilllegung der Bahnstrecke in den 80er Jahren wurden die Gleise 1986 demontiert. Es gibt keinerlei Hinweise mehr auf einen Bahnhof Großhabersdorf. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gelände mehrfach bombardiert und am 04. April 1945 komplett zerstört. Kurz vor dem Eintreffen der US-Army wurden die verbliebenen Gebäude von der Wehrmacht gesprengt.

Heute sind fast alle Spuren auf den Flugplatz verschwunden. Die Stützmauern der Flugzeugwerften mussten einem Industriegebiet weichen und der Flugplatz selbst wird heute wieder landwirtschaftlich genutzt. Zudem befinden sich Windkraftanlagen auf dem Areal. Lediglich eine Baumreihe mit aufgelassenen Bunkern, ein hinter Gebüschen versteckter Bunker und ein großer Tank geben Hinweise auf eine militärische Nutzung. Zudem wurden wohl einige Schrebergartenhäuschen wurden auf Fundamenten der Anlage gebaut.

Durch eine schmale Treppe gelangt man ins Innere des vielleicht 20qm großen Bunkers. Der Raum ist – wie zu erwarten war – leider komplett vermüllt, die Wände verschmiert und interessante Originalbestandteile kaum zu erkennen.

Sehr gut erkennbar ist inmitten eines Felds ein großer Tank mit schwerer Eisenplatte. Darunter befindet sich eine Leiter die in den Tank führt, der zum Teil mit – vermutlich – Wasser gefüllt ist.

Etwas außerhalb des damaligen Flugplatzes befinden sich noch Reste von aufgelassenen Munitionsbunkern.

Mehr Infos und Quellen:
http://unterschlauersbach.eu/Fliegerhorst-im-2-Weltkrieg/
https://de.wikipedia.org/wiki/Flugplatz_Unterschlauersbach
Flugplätze der Luftwaffe 1934-1945 von Jürgen Zapf – Band 8 – Bayern

RAD-LAGER in Frauendorf (Ofr.)

Baujahr: 1935
Bad Staffelstein – Ortsteil Frauendorf

Ab 1935 entstand am Ortsrand von Frauendorf bei Bad Staffelstein in Oberfranken ein RAD-Lager welches hauptsächlich für den Ausbau des Straßennetzes errichtet wurde. Die jungen Männer – und ab 1939 auch die Frauen – mussten 6 Monate ‚Dienst für das Reich‘ ableisten. Sie wurden hauptsächlich im Straßenbau, in der Landwirtschaft oder für sonstigen Bauvorhaben eingesetzt.
Bei der Errichtung des Lagers stieß man auf frühzeitliche Skelette und zahlreiche Fundstücke die von einer frühen Besiedlung dieser Region zeugten

Im Frühling 1945 diente das RAD-Lager noch als Kriegsgefangenenlager bevor es dann nach Ende des Zweiten Weltkrieges an die US-Army überging und dann – wie so viele andere Lager – als Übergangunterkunft für ‚Displaced Person‘ diente. Fast alle Gebäude würde abgebaut – nur das Wohnhaus des Lagerleiters ist noch erhalten geblieben. Und steht unter Denkmalschutz. Auf dem Gelände des ehemaligen Lagers wurde Ende der 50er Jahre eine Volksschule errichtet.