Reichsparteitagsgelände

DAF-LAGER

DAF-LAGER (1939)
Regensburger Straße 364-414
Heute: August-Meier Altenheim

1939 entstand an der Regensburger Straße, direkt angrenzend an das Reichsparteitagsgelände, ein großer Wohnkomplex für die Arbeiter der DAF die am RPT-Gelände arbeiteten. An das Hauptgebäude sind sieben zusammenhängende Nebengebäude gebaut worden, die als Unterkünfte dienten. Die im Wald liegende Anlage, die schwere Bombenschäden zu verzeichnen hatte, wurde nach dem Krieg als Unterkunft für amerikanische Soldaten und ab 1947 bis heute als Altenheim, dem „August Meier Heim“ genutzt. Das Gelände gehört zur Stadt Nürnberg.

Im hinteren Bereich wurden zeitweise Asylsuchende, bzw. Obdachlose untergebracht. Seit 1981 werden einige Gebäude auch von dem ‚Olaf-Ritzmann-Kollektiv‘, einer altlinken Wohngemeinschaft bewohnt und bewirtschaftet.

Unterkünfte für Flüchtlinge, Wohnungen

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LUITPOLDHALLE-LUITPOLDARENA

LUITPOLDHALLE – LUITPOLDARENA (1935-37)
An der Ehrenhalle/Bayernstraße
Heute: Parkplatz/Naherholungsgebiet/Veranstaltungsort

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Der Luitpoldhain mit dem Gefallenendenkmal (2004)

Anlässlich der hundertjährigen Zugehörigkeit Frankens zum Freistaat Bayern wurden 1906 Ausstellungshallen sowie ein großer Park am Luitpoldhain errichtet bzw. angelegt. 1912 wurde auf dem Gelände neben dem Luitpoldhain der Nürnberger Tiergarten errichtet, der allerdings in den 30er Jahren für den Bau der Kongresshalle wieder weichen musste.

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Das Gefallenendenkmal, dass von den Nationalsozialisten für die eigenen Zwecke – zur Heldenverehrung, für die Gefallenen des Putsches am 09.11.1923 missbraucht wurde.

Bereits 1927 und 1929 nutzten die Nationalsozialisten das Gelände um ihren Reichsparteitage abzuhalten. Das 1929 von der Stadt Nürnberg gebaute Ehrendenkmal für die gefallenen Soldaten des 1. Weltkriegs, wurde schon damals mit in die Veranstaltung mit einbezogen. Ab 1933-1938 wurde der Luitpoldhain regelmäßig für die sog. Blutfahnenweihe verwendet und das Gelände zur ‚Luitpoldarena‘ mit Zuschauertribünen umgebaut.

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Treppenfundamente die zur alten Luitpoldhalle führten

Zur Blutfahnenweihe kamen ca. 150.000 Mitglieder von SS, SA, NSKK und NSFK um sich auf Hitler und die NSDAP einschwören zu lassen. 50.000 Zuschauer fanden auf den neu errichteten Zuschauertribünen Platz. Kernstück waren die von der Stadt Nürnberg 1929 fertiggestellte und 1930 eingeweihte Ehrenhalle und die gegenüberliegende Ehrentribüne. Diese zentralen Punkte waren mit einer mit Granitplatten belegte, 240 x 18 m lange „Straße des Führers“ verbunden, die Adolf Hitler und die SS- und SA Führer abschritten.

Nürnberg, Reichsparteitag, SA- und SS-Appell

Bundesarchiv, Bild 102-16196 / CC-BY-SA, Reichsparteitag 1934 ‚Blutfahnenweihe‘

Nürnberg, Parteitagsgelände, Luitpoldarena

Bundesarchiv, Bild 146-2008-0027 / Gasser, Karl / CC-BY-SA , Luitpoldarena 1942

Am Rande stand die ursprünglich 1906 errichtete Luitpoldhalle die von den Nationalsozialisten umgestaltet und umgebaut wurde. Die 180 x 50 m große Halle fasste 16.000 Menschen in der während der Reichsparteitage der Parteikongress stattfand. Hier wurden unter Jubelarien Lobreden gehalten, Beschlüsse gefasst und die nationalsozialistische Ideologie offen zur Schau getragen. Die Luitpoldhalle sollte durch die nie fertiggestellte Kongresshalle abgelöste werden.

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Steinreste auf dem Gelände

Das gesamte Gelände spielt bei dem bekannten Propaganda-Film „Triumph des Willens“ von Leni Riefenstahl aus dem Jahr 1934 eine zentrale Rolle. 1959-1960 wurden sämtliche Überreste des Geländes beseitigt und der Ort wieder seiner ursprünglichen Bestimmung übergeben, sowie Neubauten errichtet (Meistersingerhalle).

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Das Fundament der im Krieg zerstörten Luitpoldhalle dient heute als Parkplatz und Veranstaltungsfläche.

Heute ist der Luitpoldhain ein Ort der Entspannung und Erholung auf dem auch Großveranstaltungen wie das „Klassik-Open-Air“ stattfinden. Die durch Bombentreffer schwer beschädigte Luitpoldhalle wurde abgerissen, das Fundament des Gebäudes dient heute als Parkplatz. Nur noch wenige Stufenreste, sowie mittlerweile anders oder nicht genutze Fußgängerunterführungen weisen auf die NS-Vergangenheit des Geländes hin.

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Südliche Unterführung die heute als Schießstand für einen Schützenverein genutzt wird.

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Nödliche Fußgängerunterführung (ohne Nutzung/verschlossen)

MÄRZFELD

MÄRZFELD (1938-1940)
Unvollendet
Heute: Stadtteil Langwasser/Park/Langwassersee

Im südlichen Anschluß an die Große Straße sollte ein fast 600.000 großes Aufmarschgelände mit Tribünenanlagen für 150.000 Menschen mit 24 Wehrtürmen entstehen. Hier sollten Aufmärsche und Manöver, wie z. B. der Tag der Wehrmacht während des Reichsparteitage stattfinden. Bei dem vorläufigen Baustopp, zu Beginn des Krieges im Sept. 1939, waren elf der Türme und Teile der 14 m hohen Tribünen fertiggestellt.

IMG_5633Nach Kriegsende wurde das riesige 955 x 610 große Gebiet von der amerikanschen Armee, unverändert belassen und als Truppenübungsplatz bzw. Lager genutzt. Um die von der Stadt geplante Wohnungsbebauung durchzuführen, mussten die fertiggestellten Türme 1966/67 gesprengt werden.

IMG_5638Bei der Wohnbebauung des Geländes ab 1972 stießen die Arbeiter immer wieder auf Fundamente des Märzfeldes. Von dem damaligen Gelände erinnert nur noch ein 2002 freigelegtes Tribünenfundament am Hermann-Thiele-Weg, an dem auch Infotafeln der wbg aufgestellt wurden. Benannt wurde das Märzfeld wahrscheinlich nach dem römischen Kriegsgott „Mars“ bzw. nach dem Datum der Wiedereinführung der Wehrpflicht im März 1935.

IMG_5619 IMG_5625Zahlreiche Granitquader und Steinreste findet man heute rund um den Langwassersee und auf einer Grünfläche in diesem Gebiet, die vermutlich von den Resten der ehemaligen Baustelle am Märzfeld stammen.

IMG_5654 IMG_5656 IMG_5661 IMG_5662Verfolgt man die damalige Umrandung des Geldändes stößt man im Wald ebenfalls noch auf Mauerfundamente.

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GROSSE STRASSE

GROSSE STRASSE (1935-1939)
Am Dutzendteich/Große Straße
Heute: Parkplatz

Die Große Straße war als Aufmarschstraße, die gen Süden zum geplanten Märzfeld führte und gen Norden genau auf die Nürnberger Kaiserburg zeigt, geplant. Diese Ausrichtung auf die Burg sollte eine Verbindung zur alten Nürnberger Reichsstadt mit ihren Reichstagen des Kaisers darstellen.

_MG_1391 IMG_6654Die Straße ist ca. 2 km lang und 60 Meter breit, an den Seiten waren Tribünen geplant (einige Fundamente sind zum Teil heute noch sichtbar). 60 000 1,2×1,2m große Granitplatten wurden verbaut. Die Platten wurden durch Anrauhung rutschfest gemacht und hatten unterschiedliche Farben, damit die Kolonnen sich besser orientieren konnten.

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1993 wurden die Granitplatten renoviert und neu verlegt. Die heutige Nutzung beschränkt sich auf Parkplatznutzung für Besucher der nahegelegene Nürnberg Messe und Großveranstaltungen im Frankenstadion oder dem Nürnberger Volksfest.

IMG_7921 IMG_6648Durch den Ausbruch des 2. Weltkriegs wurde die fast fertig gebaute Straße allerdings nie in Verwendung genommen. Nach Kriegsende benutzte die US-Air Force die Straße als Fluglandebahn, die erst 1968 für die öffentliche Nutzung freigegeben wurde.

WASSERAUSGLEICHSTURM ‚HOHER BÜHL‘

WASSERAUSGLEICHSTURM ‚HOHER BÜHL‘ (1937)
Oelserstraße
Heute: In gleicher Nutzung

Um die Wasserversorgung für das Reichsparteitagsgelände sicher zu stellen, wurde unweit des Geländes dieser Wasserturm nach Plänen Albert Speers aus Buckelquadermauerwerk mit Wasserbehältern errichtet.

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DIE KONGRESSHALLE

DIE KONGRESSHALLE (1935-1940)
Bayernstraße 110

Heute: Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, Standort Nürnberger Symphoniker, Veranstaltungsort ‚Serenenadenhof‘, Lagerräume, Parkplatz

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Foto: Nico Hofmann, Nürnberg

Das Kolosseum von Rom diente als Vorbild für den größten NS-Bau in Deutschland – der Kongresshalle. Mit 275×265 Meter sollte die geplante Halle 50.000 Menschen Platz bieten. Im heutigen Innenhof (180x260m) waren die Tribünen geplant. Die Grundsteinlegung wurde 1935 von Adolf Hitler persönlich eröffnet – die Bauarbeiten wurde zu Kriegsbeginn erstmal beendet, 1940 nochmals aufgenommen dann aber bald endgültig eingestellt.

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Seit 2001 ragt der begehbare ‚Pfeil‘ des Dokumentationszentrums in den Innenhof und gewährt dem Besucher einen interessanten Gesamtüberblick über die Ausmaße des Kongressbaus.

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Der Bau sollte 68 Meter hoch werden (der heutige Bauzustand ist ca. 40m) und von einem freitragenden Dach mit Oberlicht überspannt werden. Genaue Konstruktionspläne für diese, damals wohl schwer realisierbare Baumaßnahme sind nicht bekannt. Eine Rednerkanzel, die größte Orgel der Welt und das Licht das den Redner durch das Oberlicht beschienen hätte, hinterlassen einen fast sakralen Eindruck. Für die Stadt Nürnberg und dessen Oberbürgermeister Liebel war der Kongressbau eine wichtige, prestigeträchtige Bereicherung der ‚Stadt der Reichsparteitage‘. Eine zusätzliche Nutzung außerhalb der Propagandaveranstaltung war nicht vorgesehen.

Um die Größenwirkung zu testen, bauten die Nationalsozialisten, wie auch bei einigen anderen Bauten, ein Holzmodell des geplanten Säulengangs. Architekten der Kongresshalle waren Ludwig Ruff und dessen Sohn Franz, der nach dem Tod seines Vaters den Bau weiterführte. Um dem sumpfigen Gelände rund um den Dutzendteich Herr zu werden, musste ein mehrere Meter tiefes Fundament gebaut werden, damit der Bau nicht im Schlamm versank.

Ein großer Teil des Gebäudes wird durch einen fertiggestellten, begehbaren Säulengang umfasst.

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Um das Bauvorhaben überhaupt realisieren zu können wurde der alte Nürnberger Tiergarten am Dutzendteich an seine heutige Stelle an den Schmausenbuck verlegt. Heute werden die meisten Räume als Lager genutzt oder sind nicht begehbar, bzw. zugemauert. Zudem gibt es Räume für die Nürnberg Philharmoniker, das THW-Nürnberg und die DLRG. Der Innenhof wird von der Stadt Nürnberg als Lagerstätte für die Buden des Christkindlesmarkts und die nicht mehr verwendeten Granitplatten der renovierten ‚Großen Straße‘ verwendet. Bei Großveranstaltungen wird der Innenhof der unvollendeten Halle auch als Parkplatz genutzt.

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Eingang zu Nürnberger Symphonikern im südlichen Kopfbau.

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Außentreppe zum Säulengang

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Der mit Granitplatten verblendete Kongressbau besteht eigentlich aus Millionen von Backsteinen.

_MG_3252 Die beiden vorgelagerten Kopfbauten werden als Open-Air-Veranstaltungsort und als Dokumentationszentrum genutzt. Nach dem Krieg gab es immer wieder, zum Teil, abenteuerliche Umbauplanungen, die aber an der finanziellen Umsetzung, bzw. dringlicheren Notwendigkeit des Wohnungsbaus scheiterten.

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ZEPPELINFELD – ZEPPELINTRIBÜNE

ZEPPELINTRIBÜNE – ZEPPELINFELD (1935-37)
Beuthener Straße
Heute: Sportplätze/Rennstrecke/Freizeitareal/Veranstaltungsort

Ein auf der damaligen Wiese gelandeter Zeppelin gab 1909 dem Zeppelinfeld seinen Namen. Die Nationalsozialisten nutzten unter der Leitung von Chefarchitekt Albert Speer in den 30er Jahren das Gelände für ihre gigantischen Baupläne. Das Zeppelinfeld war das neben der Luitpoldarena das einzige vollständig fertiggestellte Bauprojekt der Nationalsozialisten auf dem Reichsparteitagsgelände.

Zeppelinfeld, Aufnahme von 1937

Zeppelinfeld, Aufnahme von 1937/38

Einschließlich der Tribünenanlagen hat das Zeppelinfeld Ausmaße von ca. 362 x 378m. Etwa 70.000 Zuschauer fanden auf den Tribünenanlagen Platz.

DIE HAUPTTRIBÜNE

Die Zeppelintribüne ist das Kernstück des Zeppelinfelds. Erbaut wurde es in mehreren Stufen zwischen 1935 und 1937 eigens für die Nürnberger Reichsparteitage. Architekt war Albert Speer. Die 362m breite Tribüne, die dem Pergamon-Altar als Vorbild hatte, bot ca. 16.000 Menschen Platz. Das Gebäude selbst besteht aus einer Mischung aus Beton, Ziegel und Muschelkalkstein. Speziell der Muschelkalkstein erweist sich als nicht wetterbeständig und so musste bereits ein Großteil der Tribünenstufen ausgetauscht oder repariert werden.

Zentraler Punkt war die Rednerkanzel, von der Adolf Hitler seine Reden hielt und Paraden abnahm. Überragt wurde die Tribüne durch das am 20. April 1945 von den Amerikanern gesprenkte vergoldete riesige Hakenkreuz. Als Begrenzung der Tribüne diente ein acht Meter hoher, mit 144 Säulen gestützter Säulengang mit Deckenmosaiken, ähnlich der im „Goldenen Saal“ im Inneren der Tribüne. Angeblich wegen Baufälligkeit wurden 1967 die Säulen gesprengt und 1974 die beiden Seitenteile auf die heutige Höhe abgetragen.

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Fundamentreste der gesprengten Pfeilerreihen

DAS INNERE DER TRIBÜNE

Im Eingangsbereich kommt man in den ‚Goldenen Saal‘, der seinen Namen nach dem Krieg wegen seiner goldenen, beleuchteten, mit einem Hakenkreuzmuster besetzten Decke erhielt.

IMG_9317 IMG_9292 IMG_9375 IMG_9328Von dem zentralen Saal erreicht man einige Funktionsräume sowie die beiden Treppenhäuser, die zur zentralen Doppelflügeltür oberhalb der ‚Führerkanzel‘ und zu den beiden Seitenausgängen des Kopfbaus führen.

Heute wird der „Goldene Saal“ nur noch sporadisch für Veranstaltungen genutzt und ist ansonsten nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Weitere Räume werden als Lagerhallen oder Werkstatt genutzt.

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Deckenmosaik mit Resten des ursprünglich angebrachten Hakenkreuzes

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IMG_9395DIE TÜRME

Auf dem Zeppelinfeld fanden während der RPT ab 1933 viele der Großveranstaltungen (z. B. Tag der Wehrmacht, Tag der Geimeinschaft, Tag des RAD, Tag der politischen Leiter) statt. Bis zu 250.000 Menschen nahmen an den Inszenierungen teil. Umrahmt wird die festungsähnliche Anlage von 34 Türmen auf denen jeweils sechs riesige Hakenkreuzfahnen wehten.

Diese Begrenzungstürme dienten den Besuchern und Teilnehmern der Veranstaltungen als Toiletten und sind teilweise noch heute bei Veranstaltungen in Gebrauch.

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Befestigungsschienen für die Hakenkreuzfahnen auf den Türmen

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DIE RÜCKSEITE
Auf den erst in den 60er Jahen gesprengten Seitentürmen befanden sich Feuerschalen (heute steht eine davon noch immer im Gebäude, die andere wartet auf der Rückseite des Gebäudes auf eine sinnvolle Nutzung).

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Rückseite des Gebäudes und Kunstinstallation & Antikriegsdenkmal

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Eine der Feuerschalen, die auf den Seitentürmen stand und nach dem Krieg in einem Nürnberger Schwimmbad bis 2008 als Kinderplanschbecken diente, steht nun ungenutzt an der Rückseite des Gebäudes.

Auf diesem Gelände inszenierte Albert Speer den sog. „Lichtdom“, bei dem ca.130 Flakscheinwerfer, die aus dem ganzen Deutschen Reich nach Nürnberg gebracht wurden, ihr Licht 6-8 km in den Himmel warfen um dort in eine Art Lichtzelt zu bilden. Um die Stromversorgung für diese Veranstaltung sicherzustellen, wurde unweit des Geländes ein eigenes Umspannwerk errichtet.

Bundesarchiv, Bild 183-1982-1130-502 / CC-BY-SA

Der ‚Lichtdom‘, ReichsparteitagBundesarchiv, Bild 183-1982-1130-502 / CC-BY-SA

Kleine Ausführung eines Flakscheinwerfers (beim Lichtdom wurden größere Modelle verwendet).

Kleine Ausführung eines Flakscheinwerfers (beim Lichtdom wurden größere Modelle verwendet).

Nach dem 2. Weltkrieg stand das Geände unter amerikanischer Hoheit und die amerikanische Soldaten nutzen die Fläche als „Sports-Field“. Die US-Armee errichtete gegenüber der Zeppelintribüne eine überdachte Holztribüne für Zuschauer von Baseball und Footballspielen (heute wieder rückgebaut.

Durch die US-Armee umgebauter Tribünenteil (2005), mittlerweile teilweise wieder rückgebaut.

Durch die US-Armee umgebauter Tribünenteil (2005), mittlerweile teilweise wieder rückgebaut.

Durch die US-Armee umgebauter Tribünenteil (2005), mittlerweile teilweise wieder rückgebaut.

Durch die US-Armee umgebauter Tribünenteil (2005), mittlerweile teilweise wieder rückgebaut.

Heutiger Zustand (2015) der von Amerikanern für Sportveranstaltungen umgebauten Tribüne.

Heutiger Zustand (2015) der von Amerikanern für Sportveranstaltungen umgebauten Tribüne.

Heute finden u. a. das Noris-Ring-Rennen der DTM, die Großveranstaltung Rock im Park der Nite-Skate und viele andere Veranstaltungen statt. Auf dem Zeppelinfeld selber befinden sich heute Sportplätze die für Amateursportveranstaltungen genutzt werden.

DER BAULICHE ZUSTAND

Durch das zum ungeeignete, damals verwendete Baumaterial, die unzureichenden Sicherungs- und Instandhaltungsmaßnahmen nach der Sprengung der Pfeilerreihen und der Seitentürme, ist das Gebäude mittlerweile stark renovierungsbedürftig und einige Teile sind bereits für die Öffentlichkeit gesperrt.

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Maroder Zustand der Treppenabgänge

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Feuchtigkeit hat die Metalltüren im Inneren verrosten lassen

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Tafeln informieren über den Zustand des Gebäudes

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Seit einigen Jahren wird nun heftig diskutiert und gestritten, ob und wie man mit dem NS-Erbe umgeht und wer das Ganze finanzieren soll (Kosten ca. 75 Millionen Euro). Zur Diskussion stehen ein Abriss, ein ‚kontrollierter Verfall’ oder eine ‚bestandserhaltende Sanierung‘.

Weiterführende Links zum Thema:
http://www.museen.nuernberg.de/dokuzentrum/themen/das-gelaende/kuenftiger-umgang-mit-dem-reichsparteitagsgelaende/

http://www.nuernberg.de/internet/referat6/zeppelin.html

http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/zeppelintribune-komplettabriss-oder-rekonstruktion-1.3302889?cid=19.224787

DOKUMENTATIONSZENTRUM REICHSPARTEITAGSGELÄNDE

DOKUMENTATIONSZENTRUM REICHSPARTEITAGSGELÄNDE (2001)
Bayernstraße 110
90478 Nürnberg
http://www.museen.nuernberg.de/dokuzentrum

Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände wurde am 4. November 2001 feierlich vom damaligen Bundespräsident Johannes Rau eröffnet. Die Ausstellung „Faszination und Gewalt“ in der nicht fertiggestellten ‚Kongresshalle‘ beinhaltet die Entwicklung des Nationalsozialismus ab Ende des 1. Weltkriegs 1918, bis zu den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen 1945/46.

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Studienforum für pädagogische Arbeit über dem Eingangsbereich

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Der Schwerpunkt der Dauerausstellung wurde dabei auf die Rolle Nürnbergs zur Zeit des Nationalsozialismus gelegt. So bekamen die geplanten und ausgeführten Bauten des Reichsparteitagsgeländes, die Geschichte der Reichsparteitage, sowie die Nürnberger Prozesse eine besondere Gewichtung. Ergänzt wird die Dauerausstellung durch Sonderausstellungen in den Räumlichkeiten des nördlichen ‚Kopfbaus‘ und durch die Möglichkeit der pädagogischen Nutzung des Studienforums mit Themengesprächen, Studientagen und Sonderveranstaltungen.

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Caféteria im Dokuzentrum

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Treppenaufgang zur Dauerausstellung

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Aufzug und Glasdachkonstruktion des Museums in der Eingangshalle

Bei der Architektur des Museums wurde besonderen Wert darauf gelegt den Kongressbau „nicht fertig zu stellen“, sondern durch Verwendung anderer Materialien und durch räumliche Trennung, aber unter Einbeziehung der vorhandenen Räumlichkeiten, eine gewisse Distanz zu schaffen. Kernstück der neuen Architektur ist der sog. „Pfahl“ der den gesamten Kopfbau des Gebäudes regelrecht zerschneidet und die den Kongressbau zum Ausstellungstück macht.

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Der Eingangsbereich

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Der ‚Pfahl‘ der sich quer durch das Gebäude zieht.

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Die Ausstellung „Faszination und Gewalt“ löste die alte Ausstellung im Inneren der Zeppelintribüne ab, die man hier von 1985-2001 besuchen konnte.

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Die alte Ausstellung ‚Faszination & Gewalt‘ von war von 1985-2001 nur in den Sommermonaten geöffnet, da im Inneren keine Heizung installiert war.

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Ausstellungstücke der alten Ausstellung

Jährlich besuchen über 235.000 Besucher das Dokumentationszentrum – ca. 50% der Gäste kommen aus dem Ausland. Das Museum ist wochentags von 9 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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Fliegerdenkmal an der Ehrenhalle (1924)

An der Ehrenhalle/Luitpoldhain

Das Fliegerdenkmal an der Ehrenhalle wurde 1924 von Walter Franke für die gefallenen deutschen Piloten des 1. Weltkriegs gestaltet. Das Denkmal zeigt ein abstürzendes/auf dem Kopf stehendens Flugzeug.

Ursprünglich stand das Denkmal an der Dutzendteichstraße, wurde dann aber anlässlich der Eröffnung des neuen Nürnberger Flughafens am Marienberg an die Marienbergstraße verlegt.

Im 2. Weltkrieg wurde das Fliegermal schwer beschädigt und nach der Restaurierung an der Rückseite der Ehrenhalle 1958 wieder aufgestellt – zum Gedenken an die gefallenen Piloten des 1.- und 2. Weltkriegs.

Ehrenhalle am Luitpoldhain (1929/30)

Luitpoldhain/ An der Ehrenhalle

Die Ehrenhalle am Luitpoldhain wurde zum Gedenken an die Gefallenen des 1. Weltkriegs 1930 von Oberbürgermeister Hermann Luppe eingeweiht. Die Nationalsozialisten nutzten den Luitpoldhain und die Ehrenhalle für ihre Inszenierung des Totenkults für die Gefallenen des 9. November 1923, dem Hitlerputsch.


(Foto: Bundesarchiv, Bild 183-1987-0410-501 / CC-BY-SA [CC-BY-SA-3.0-de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)%5D, via Wikimedia Commons)

Damals kamen 16 Putschisten aus den eigenen Reihen ums Leben. Hitler veranstaltete während der Nürnberger Reichsparteitage einen feierlichen, pseudoreligiösen Totenkult bei dem an der Ehrenhalle u. a. Kränze niedergelegt wurden (Luitpoldarena). Nach 1945 dient die Ehrenhalle wieder dem Gedenken an die Gefallenen des 1. und auch des 2. Weltkriegs. Zum Volkstrauertag findet hier jährlich eine Gedenkveranstaltung statt.