HIRSCHBACHTAL – OBERKLAUSEN

Hauptbauzeit: 1937-1938
Oberklausen

Um die Sichtverhältnisse des geplanten Stadions auf dem Nürnberger Reichsparteitaggelände auf den oberen Rängen zu testen, wurde im ca. 45km von entfernten Hirschbachtal bei Oberklausen, ein Hang ausgesucht, der in etwa den Neigungswinkel hatte, den auch die geplante Tribüne bekommen sollte. Mehrere hundert Arbeiter waren 1,5 Jahre mit dem Bau beschäftigt. 1938 besichtigte Adolf Hitler zusammen mit Albert Speer, der für das Gesamtkonzept des Reichsparteitaggelände verantwortlich war, die Baustelle in der Oberpfalz.

Foto-Update 3/2019:

Dort wurde ein Teilstück der Tribüne mit verschiedenen Neigungswinkeln in Originalgröße nachgebaut um die Sicht zu testen. Nach dem Krieg wurden die Holztribünen für den Häuserbau verwendet. Die Betonfundamente und einige Halterungen der Tribüne sind noch heute sichtbar. Vor einigen Jahren wurde an der Landstraße, unterhalb des Hangs, auch eine Info-Tafel angebracht die über die Geschichte des „Stadionbergs“ informiert.

Ältere Fotos von 2004:

LUITPOLDHALLE-LUITPOLDARENA

LUITPOLDHALLE – LUITPOLDARENA (1935-37)
An der Ehrenhalle/Bayernstraße
Heute: Parkplatz/Naherholungsgebiet/Veranstaltungsort

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Der Luitpoldhain mit dem Gefallenendenkmal (2004)

Anlässlich der hundertjährigen Zugehörigkeit Frankens zum Freistaat Bayern wurden 1906 Ausstellungshallen sowie ein großer Park am Luitpoldhain errichtet bzw. angelegt. 1912 wurde auf dem Gelände neben dem Luitpoldhain der Nürnberger Tiergarten errichtet, der allerdings in den 30er Jahren für den Bau der Kongresshalle wieder weichen musste.

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Das Gefallenendenkmal, dass von den Nationalsozialisten für die eigenen Zwecke – zur Heldenverehrung, für die Gefallenen des Putsches am 09.11.1923 missbraucht wurde.

Bereits 1927 und 1929 nutzten die Nationalsozialisten das Gelände um ihren Reichsparteitage abzuhalten. Das 1929 von der Stadt Nürnberg gebaute Ehrendenkmal für die gefallenen Soldaten des 1. Weltkriegs, wurde schon damals mit in die Veranstaltung mit einbezogen. Ab 1933-1938 wurde der Luitpoldhain regelmäßig für die sog. Blutfahnenweihe verwendet und das Gelände zur ‚Luitpoldarena‘ mit Zuschauertribünen umgebaut.

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Treppenfundamente die zur alten Luitpoldhalle führten

Zur Blutfahnenweihe kamen ca. 150.000 Mitglieder von SS, SA, NSKK und NSFK um sich auf Hitler und die NSDAP einschwören zu lassen. 50.000 Zuschauer fanden auf den neu errichteten Zuschauertribünen Platz. Kernstück waren die von der Stadt Nürnberg 1929 fertiggestellte und 1930 eingeweihte Ehrenhalle und die gegenüberliegende Ehrentribüne. Diese zentralen Punkte waren mit einer mit Granitplatten belegte, 240 x 18 m lange „Straße des Führers“ verbunden, die Adolf Hitler und die SS- und SA Führer abschritten.

Nürnberg, Reichsparteitag, SA- und SS-Appell

Bundesarchiv, Bild 102-16196 / CC-BY-SA, Reichsparteitag 1934 ‚Blutfahnenweihe‘

Nürnberg, Parteitagsgelände, Luitpoldarena

Bundesarchiv, Bild 146-2008-0027 / Gasser, Karl / CC-BY-SA , Luitpoldarena 1942

Am Rande stand die ursprünglich 1906 errichtete Luitpoldhalle die von den Nationalsozialisten umgestaltet und umgebaut wurde. Die 180 x 50 m große Halle fasste 16.000 Menschen in der während der Reichsparteitage der Parteikongress stattfand. Hier wurden unter Jubelarien Lobreden gehalten, Beschlüsse gefasst und die nationalsozialistische Ideologie offen zur Schau getragen. Die Luitpoldhalle sollte durch die nie fertiggestellte Kongresshalle abgelöste werden.

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Steinreste auf dem Gelände

Das gesamte Gelände spielt bei dem bekannten Propaganda-Film „Triumph des Willens“ von Leni Riefenstahl aus dem Jahr 1934 eine zentrale Rolle. 1959-1960 wurden sämtliche Überreste des Geländes beseitigt und der Ort wieder seiner ursprünglichen Bestimmung übergeben, sowie Neubauten errichtet (Meistersingerhalle).

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Das Fundament der im Krieg zerstörten Luitpoldhalle dient heute als Parkplatz und Veranstaltungsfläche.

Heute ist der Luitpoldhain ein Ort der Entspannung und Erholung auf dem auch Großveranstaltungen wie das „Klassik-Open-Air“ stattfinden. Die durch Bombentreffer schwer beschädigte Luitpoldhalle wurde abgerissen, das Fundament des Gebäudes dient heute als Parkplatz. Nur noch wenige Stufenreste, sowie mittlerweile anders oder nicht genutze Fußgängerunterführungen weisen auf die NS-Vergangenheit des Geländes hin.

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Südliche Unterführung die heute als Schießstand für einen Schützenverein genutzt wird.

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Nödliche Fußgängerunterführung (ohne Nutzung/verschlossen)

MÄRZFELD

MÄRZFELD (1938-1940)
Unvollendet
Heute: Stadtteil Langwasser/Park/Langwassersee

Im südlichen Anschluß an die Große Straße sollte ein fast 600.000 großes Aufmarschgelände mit Tribünenanlagen für 150.000 Menschen mit 24 Wehrtürmen entstehen. Hier sollten Aufmärsche und Manöver, wie z. B. der Tag der Wehrmacht während des Reichsparteitage stattfinden. Bei dem vorläufigen Baustopp, zu Beginn des Krieges im Sept. 1939, waren elf der Türme und Teile der 14 m hohen Tribünen fertiggestellt.

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Ausgegrabene Fundamentreste ©2013

Nach Kriegsende wurde das riesige 955 x 610 große Gebiet von der amerikanschen Armee, unverändert belassen und als Truppenübungsplatz bzw. Lager genutzt. Um die von der Stadt geplante Wohnungsbebauung durchzuführen, mussten die fertiggestellten Türme 1966/67 gesprengt werden.

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Ausgegrabene Fundamentreste ©2013

Bei der Wohnbebauung des Geländes ab 1972 stießen die Arbeiter immer wieder auf Fundamente des Märzfeldes. Von dem damaligen Gelände erinnert nur noch ein 2002 freigelegtes Tribünenfundament am Hermann-Thiele-Weg, an dem auch Infotafeln der wbg aufgestellt wurden. Benannt wurde das Märzfeld wahrscheinlich nach dem römischen Kriegsgott „Mars“ bzw. nach dem Datum der Wiedereinführung der Wehrpflicht im März 1935.

Ausgegrabene Fundamentreste ©2020
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Zahlreiche Granitquader und Steinreste findet man heute rund um den Langwassersee und auf einer Grünfläche in diesem Gebiet, die vermutlich von den Resten der ehemaligen Baustelle am Märzfeld stammen.

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Granitquader und Steinreste rund um den Langwassersee
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‚Langwassersee‘
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Granitsteine vom Märzfeld am am Ufer
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Granitsteine vom Märzfeld am am Ufer