Reichsautobahn: Strecke 46

Thema: Architektur 1933-1945 in Franken

Die Strecke 46 bezeichnet ein knapp 70 km langes unvollendetes Autobahnteilstück in Deutschland, das zwischen Fulda und Würzburg parallel zur heutigen A 7 verläuft.

Der Bau dieser geplanten Reichsautobahn wurde 1937 begonnen und 1939 eingestellt. Insgesamt wurde an ca. 30 km zusammenhängender Strecke gebaut. Der Abzug von Arbeitskräften und Materialien zu Kriegszwecken und die Einführung neuer Normen nach Beginn des Baus erschwerten die Arbeiten. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Planung verworfen. Stattdessen wurde eine Trasse gewählt, die an Schweinfurt vorbeiführt und größere Kurvenradien besitzt.

Dokumenten lokaler Autobahnmeistereien zufolge war dies auch durch die veränderte politische Geografie bedingt: durch die innerdeutsche Grenze waren die östlichen westdeutschen Gebiete der Rhön und des Spessarts ohne die Hinterlandanbindung (an MeiningenBad SalzungenEisenach) relativ schlecht zugängliche Zonenrandgebiete geworden. Zudem war auch eine Vernetzung mit der in Thüringen begonnenen Strecke 85 nun obsolet.

In der Gemarkung Schulruh zwischen Burgsinn und Gräfendorf überspannt ein großes Brückenbauwerk ohne aufgefüllte Fundamentböschungen die MSP17 (Querverbindung Sinntal–Fränkisches Saaletal) in einer Kammhöhenlage von 395 m NN. Quelle: Wikipedia

Zahlreiche Fragmente der fast fertig trassierten Autobahn befinden sich noch in der Landschaft, wie Streckenabschnitte, Brücken und Brückenpfeiler. Sie stehen seit 2003 unter Denkmalschutz. Auf der alten Trasse befindet sich annähernd ein Dutzend unvollendete Bauwerke, die meisten im Wald. In Rupboden unterquert eine Kreisstraße die mit Bäumen überwachsene Trasse, die auch noch deutlich von oben sichtbar ist. Quelle: Wikipedia

In Gräfendorf dient der größere von zwei unvollendeten Pfeilern der vorgesehenen Saaleüberführung Alpinisten als Kletterfelsen (180 m NN). Quelle: Wikipedia

BAHNHOF NÜRNBERG-ZOLLHAUS

BAHNHOF NÜRNBERG-ZOLLHAUS (1937)
Klenzestraße 11 | Nürnberg
Heute: Leerstehend | Ohne Nutzung

Der ursprüngliche Bahnhof Zollhaus wurde 1904 eröffnet und befand sich wenige hundert Meter nördlich des späteren Bahnhofs. Der von zwei Bahngleisen umschlossene ehemalige Bahnhof Zollhaus im Nürnberger Rangierbahnhofsviertel unweit von Langwasser gelegen, ist auf den ersten Blick nicht unbedingt dem Dritten Reich zuzuordnen. Dieser 1937 erbaute, reine Zweckbau kam ohne die sonst übliche „Präsentationsarchitektur“ aus.

Der Bahnhof wirkt mit seiner schlichten Architektur fast schon modern. Der Bahnhof Zollhaus sollte wie auch die anderen Nürnberger Bahnhöfe die anströmenden Besucher der Reichsparteitage aufnehmen – eine Art Entlastungsbahnhof für die Bahnhöfe Dutzendteich und Märzfeld.

©2020
©2021

Nach verschiedenen Nutzungen in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg (Gastronomiebetriebe, Fabriken, Übungsräume, Kiosk) steht der ehemalige Bahnhof Zollhaus leer. Von 2011-2013 standen das Gebäude und die zughörige, stark baufällige Brücke unter Denkmalschutz. Die Brücke wurde 2018 abgerissen und eine neue Brücke gebaut. Die Zukunft des alten Bahnhofs bleibt ungewiss. Das Gebäude wird in der Denkmalliste als D-5-64-000-2809 geführt.

Die Brücke wurde 2019 fertiggestellt, der Eingangsbereich auf der Brücke verändert und mit einer Metallplatte verschlossen.

©2021





Treppe zum Bahnsteig des Bahnhofs Nürnberg-Zollhaus im Empfangsgebäude mit Wandgemälden von Karl Gries aus dem Jahr 1937
Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/User: HerrMay
_MG_1477
©2013
_MG_1475
©2013
_MG_1439
©2013
_MG_1516
©2013
Nur über die unter mittlerweile denkmalgeschützte, aber stark baufällige Brücke konnte man zu Bahnsteigen gelangen.
Nur über die unter mittlerweile denkmalgeschützte, aber stark baufällige Brücke konnte man zu Bahnsteigen gelangen. ©2013

Neubau der Brücke

Der Verfall des Bahnhofs schreitet voran – die alte Brücke wurde mittlerweile durch eine neue ersetzt, die Bauarbeiten 2019 beendet.

Unterwerk in Oberfranken

Das ehemalige Unterwerk (Umspannwerk) nördlich von Bamberg wurde 1939 zur Stromversorgung der Bahnlinie Nürnberg-Leipzig erbaut und war bis ca. 1991 in Nutzung. Das Gebäude hat ca. 300qm Nutzfläche. Ersetzt wurde es durch das Unterwerk in Ebensfeld.

Außenaufnahmen des Haupt- und Nebengebäudes

Innenaufnahmen