BAHNHOF NÜRNBERG-ZOLLHAUS

BAHNHOF NÜRNBERG-ZOLLHAUS (1937)
Klenzestraße 11 | Nürnberg
Heute: Leerstehend | Ohne Nutzung

Der ursprüngliche Bahnhof Zollhaus wurde 1904 eröffnet und befand sich wenige hundert Meter nördlich des späteren Bahnhofs. Der von zwei Bahngleisen umschlossene ehemalige Bahnhof Zollhaus im Nürnberger Rangierbahnhofsviertel unweit von Langwasser gelegen, ist auf den ersten Blick nicht unbedingt dem Dritten Reich zuzuordnen. Dieser 1937 erbaute, reine Zweckbau kam ohne die sonst übliche „Präsentationsarchitektur“ aus.

Der Bahnhof wirkt mit seiner schlichten Architektur fast schon modern. Der Bahnhof Zollhaus sollte wie auch die anderen Nürnberger Bahnhöfe die anströmenden Besucher der Reichsparteitage aufnehmen – eine Art Entlastungsbahnhof für die Bahnhöfe Dutzendteich und Märzfeld.

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Nach verschiedenen Nutzungen in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg (Gastronomiebetriebe, Fabriken, Übungsräume, Kiosk) steht der ehemalige Bahnhof Zollhaus leer. Von 2011-2013 standen das Gebäude und die zughörige, stark baufällige Brücke unter Denkmalschutz. Die Brücke wurde 2018 abgerissen und eine neue Brücke gebaut. Die Zukunft des alten Bahnhofs bleibt ungewiss. Das Gebäude wird in der Denkmalliste als D-5-64-000-2809 geführt.

Die Brücke wurde 2019 fertiggestellt, der Eingangsbereich auf der Brücke verändert und mit einer Metallplatte verschlossen.

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Treppe zum Bahnsteig des Bahnhofs Nürnberg-Zollhaus im Empfangsgebäude mit Wandgemälden von Karl Gries aus dem Jahr 1937
Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/User: HerrMay
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Nur über die unter mittlerweile denkmalgeschützte, aber stark baufällige Brücke konnte man zu Bahnsteigen gelangen.
Nur über die unter mittlerweile denkmalgeschützte, aber stark baufällige Brücke konnte man zu Bahnsteigen gelangen. ©2013

Neubau der Brücke

Der Verfall des Bahnhofs schreitet voran – die alte Brücke wurde mittlerweile durch eine neue ersetzt, die Bauarbeiten 2019 beendet.

Unterwerk in Oberfranken

Das ehemalige Unterwerk (Umspannwerk) nördlich von Bamberg wurde 1939 zur Stromversorgung der Bahnlinie Nürnberg-Leipzig erbaut und war bis ca. 1991 in Nutzung. Das Gebäude hat ca. 300qm Nutzfläche. Ersetzt wurde es durch das Unterwerk in Ebensfeld.

Außenaufnahmen des Haupt- und Nebengebäudes

Innenaufnahmen

Flugplatz Buchschwabach

Flugplatz Buchschwabach
In Betrieb 1942 (?)-1945

Der Flugplatz Buchschwabach bei Raitersaich in Mittelfranken, diente in der Kriegszeit als Ausbildungslager für eine Flieger-Schul-Division die an leichten Motorflugzeugen und auch einem Jagdflugzeug von Messerschmitt ausgebildet wurden. Im Laufe des Krieges wurden die Unterkunftsbaracken im Norden des Flugfeldes zudem als Wehrertüchtigungslager der Hitlerjugend genutzt. Die Jugendlichen mussten hier eine infanteristische Grundausbildung, Karten- und Geländekunde und auch eine Funkausbildung absolvieren.
Kurz vor dem Eintreffen der US Army wurden noch die Triebwerke der verbliebenen Flugzeuge gesprengt und damit untauglich gemacht.

Hier befand sich einst ein Flugplatz der Wehrmacht.

Ab Ende April 1945 übernahm bis zu ihrem Abzug 1947 dann die US Army das Gelände, bevor danach die sogenannten ‚Displaced Persons‘, also heimatlos gewordenen Menschen hauptsächlich aus Osteuropa – hier eine neue Heimat fanden.

Im Laufe der Zeit entstand sogar eine eigene Lagerkirche, auch ein Gedenkstein wurde errichtet. Beides ist heute nicht mehr vorhanden. Heute erinnert quasi nichts mehr an den Flugplatz Buchschwabach. Dennoch trägt ein Industriegebäude die Adresse ‚Am Flugplatz 1‘.
Interessante Informationen über den Flugplatz und das Wohnlager gibt es hier:
http://www.heimatverein-rosstal.de/geschichte/wohnlager-raitersaich/index.htm

Am Flugplatz 1, Nachkriegsgebäude auf dem Gelände des Flugfeldes. In der Nähe stand die Lagerkirche der ‚Displaced Persons‘.

Auf einem Teil der Unterkünfte befindet sich heute ein Sportplatz. Lediglich im nahegelegenen Wald befindet sich noch ein Brunnenschacht für das Trinkwasser und unweit davon ein erhöhter Sammelbehälter für Trinkwasser.

Ein Teil der damaligen Barackenunterkünfte ist heute als Sportplatz genutzt, der Rest ist Waldgebiet.

Bei meinem Besuch entdeckte ich verschiedene Erdgruben die vermutlich ein Sondengänger ausgehoben hat. Zum Vorschein kamen einige verrostete Behältnisse und Versorgungsteile, Schuhe, Geschirr und einige Flaschen die von dem Sondler liegen gelassen wurden. Aus welcher Zeit die Funde sind, kann man natürlich nur spekulieren.

Mehr Infos über den Fluplatz:
‚Flugplätze der Luftwaffe 1934-1945‘ von Jürgen Zapf, Band 8 – Bayern