FRANZ-KÖHL-TURM

FRANZ-KÖHL-TURM (1936)
Reichswald (geographische Lage)
Heute: zugänglich im Reichswald

Die Wehrmacht hatte im Forst Tennlohe im Sebalder Reichwald einen Truppenübungsplatz angelegt. Der 1936 errichtet Aussichtsturm diente zur Überwachung der Schießübungen am Dornberg und am Gründlacher Berg. Die an dem sieben Meter hohen Turm war ursprünglich angebrachte Leiter wurde mittlerweile aus Sicherheitsgründen entfernt. Franz Köhl war ein Hauptmann während des ersten Weltkriegs in Südwestafrika. Ein Teil des Truppenübungsplatzes wurde bis 1993 von der US Army genutzt.

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Aufnahme von 2006

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Aufnahme von 2006

LUFTGAUKOMMANDO XIII

LUFTGAUKOMMANDO XIII (1937-1938)
Schafhofstraße
Heute: Wohnheim

Ursprünglich war für die Verwaltugsgebäude des Luftgaukommandos ein großer Komplex mit vielen Gebäuden im ländlichen Fachwerkstil vorgesehen. Dies wurde aber nur zum Teil verwirklicht. Das Gebäude enthält typische Elemente der NS-Architektur, wie die Rundbögen im Eingangsbereich oder der von Säulen getragene Vorbau des Nebeneingangs.

Das Luftgau-Kommando XIII wurde 1937 augestellt und existierte bis 1941.luftgaukommando1 luftgaukommando2 luftgaukommando3 luftgaukommando5 luftgaukommando6 luftgaukommando7 luftgaukommando8

DAF-LAGER

DAF-LAGER (1939)
Regensburger Straße 364-414
Heute: August-Meier Altenheim

1939 entstand an der Regensburger Straße, direkt angrenzend an das Reichsparteitagsgelände, ein großer Wohnkomplex für die Arbeiter der DAF die am RPT-Gelände arbeiteten. An das Hauptgebäude sind sieben zusammenhängende Nebengebäude gebaut worden, die als Unterkünfte dienten. Die im Wald liegende Anlage, die schwere Bombenschäden zu verzeichnen hatte, wurde nach dem Krieg als Unterkunft für amerikanische Soldaten und ab 1947 bis heute als Altenheim, dem „August Meier Heim“ genutzt. Das Gelände gehört zur Stadt Nürnberg.

Im hinteren Bereich wurden zeitweise Asylsuchende, bzw. Obdachlose untergebracht. Seit 1981 werden einige Gebäude auch von dem ‚Olaf-Ritzmann-Kollektiv‘, einer altlinken Wohngemeinschaft bewohnt und bewirtschaftet.

Unterkünfte für Flüchtlinge, Wohnungen

NSDAP-GAUHAUS

NSDAP-GAUHAUS (1935-37)
Marienplatz 5
Heute: Verwaltung Nürnberger Nachrichten

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Architekt des Gebäudes war Franz Ruff, an der rückseitigen Fassade befindet sich sich ein Herkulesrelief von Wilhelm-Nida-Rümelin.

Die Stadt Nürnberg nahm den 50. Geburtstag des fränkischen Gauleiters Julius Streicher zum Anlass dem umstrittenen „Frankenführer“ ein Grundstück zu schenken. Hierauf entstand in den Folgejahren das NSDAP-Gauhaus. Ein repräsentativer zweistöckiger Bau mit Reichsadler an der Vorderseite und mytischem Relief an der Rückfassade. Die Einweihung erfolgte im Februar 1937. Seit 1949 ist das gut erhaltene, bzw. wieder aufgebaute Gebäude Sitz der lokalen Nachrichtenverwaltung der Verlagsleitung des „Verlag Nürnberger Presse“ sowie die Anzeigenabteilung der „NN“, dessen Symbol“ an der Stelle des ehemaligen Reichsadlers prangt.

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LUFTSCHUTZSCHULE ‚HERMANN GÖRING‘

LUFTSCHUTZSCHULE HERMANN GÖRING (1936)
Ostendstraße 122
Heute: Mittlerweile komplett abgetragen, heute ParkplatzIMG_0649 IMG_0650 Kopie IMG_0652 IMG_0653 IMG_0654 IMG_0655
In diesem Gebäude ab Juni 1936 wurden Luftschutzwarte ausgebildet – die erste Einrichtung dieser Art in Bayern. Neben Übernachtungs- und Schulungsräumen, Speisaal und weiteren Räumen gab es im Dachgeschoss auch eine Kriechstrecke. Das Gebäude wurde bis vor kurzem von THW-Ortsgruppe Nürnberg-Nord verwendet.

LUITPOLDHALLE-LUITPOLDARENA

LUITPOLDHALLE – LUITPOLDARENA (1935-37)
An der Ehrenhalle/Bayernstraße
Heute: Parkplatz/Naherholungsgebiet/Veranstaltungsort

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Der Luitpoldhain mit dem Gefallenendenkmal (2004)

Anlässlich der hundertjährigen Zugehörigkeit Frankens zum Freistaat Bayern wurden 1906 Ausstellungshallen sowie ein großer Park am Luitpoldhain errichtet bzw. angelegt. 1912 wurde auf dem Gelände neben dem Luitpoldhain der Nürnberger Tiergarten errichtet, der allerdings in den 30er Jahren für den Bau der Kongresshalle wieder weichen musste.

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Das Gefallenendenkmal, dass von den Nationalsozialisten für die eigenen Zwecke – zur Heldenverehrung, für die Gefallenen des Putsches am 09.11.1923 missbraucht wurde.

Bereits 1927 und 1929 nutzten die Nationalsozialisten das Gelände um ihren Reichsparteitage abzuhalten. Das 1929 von der Stadt Nürnberg gebaute Ehrendenkmal für die gefallenen Soldaten des 1. Weltkriegs, wurde schon damals mit in die Veranstaltung mit einbezogen. Ab 1933-1938 wurde der Luitpoldhain regelmäßig für die sog. Blutfahnenweihe verwendet und das Gelände zur ‚Luitpoldarena‘ mit Zuschauertribünen umgebaut.

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Treppenfundamente die zur alten Luitpoldhalle führten

Zur Blutfahnenweihe kamen ca. 150.000 Mitglieder von SS, SA, NSKK und NSFK um sich auf Hitler und die NSDAP einschwören zu lassen. 50.000 Zuschauer fanden auf den neu errichteten Zuschauertribünen Platz. Kernstück waren die von der Stadt Nürnberg 1929 fertiggestellte und 1930 eingeweihte Ehrenhalle und die gegenüberliegende Ehrentribüne. Diese zentralen Punkte waren mit einer mit Granitplatten belegte, 240 x 18 m lange „Straße des Führers“ verbunden, die Adolf Hitler und die SS- und SA Führer abschritten.

Nürnberg, Reichsparteitag, SA- und SS-Appell

Bundesarchiv, Bild 102-16196 / CC-BY-SA, Reichsparteitag 1934 ‚Blutfahnenweihe‘

Nürnberg, Parteitagsgelände, Luitpoldarena

Bundesarchiv, Bild 146-2008-0027 / Gasser, Karl / CC-BY-SA , Luitpoldarena 1942

Am Rande stand die ursprünglich 1906 errichtete Luitpoldhalle die von den Nationalsozialisten umgestaltet und umgebaut wurde. Die 180 x 50 m große Halle fasste 16.000 Menschen in der während der Reichsparteitage der Parteikongress stattfand. Hier wurden unter Jubelarien Lobreden gehalten, Beschlüsse gefasst und die nationalsozialistische Ideologie offen zur Schau getragen. Die Luitpoldhalle sollte durch die nie fertiggestellte Kongresshalle abgelöste werden.

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Steinreste auf dem Gelände

Das gesamte Gelände spielt bei dem bekannten Propaganda-Film „Triumph des Willens“ von Leni Riefenstahl aus dem Jahr 1934 eine zentrale Rolle. 1959-1960 wurden sämtliche Überreste des Geländes beseitigt und der Ort wieder seiner ursprünglichen Bestimmung übergeben, sowie Neubauten errichtet (Meistersingerhalle).

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Das Fundament der im Krieg zerstörten Luitpoldhalle dient heute als Parkplatz und Veranstaltungsfläche.

Heute ist der Luitpoldhain ein Ort der Entspannung und Erholung auf dem auch Großveranstaltungen wie das „Klassik-Open-Air“ stattfinden. Die durch Bombentreffer schwer beschädigte Luitpoldhalle wurde abgerissen, das Fundament des Gebäudes dient heute als Parkplatz. Nur noch wenige Stufenreste, sowie mittlerweile anders oder nicht genutze Fußgängerunterführungen weisen auf die NS-Vergangenheit des Geländes hin.

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Südliche Unterführung die heute als Schießstand für einen Schützenverein genutzt wird.

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Nödliche Fußgängerunterführung (ohne Nutzung/verschlossen)

MÄRZFELD

MÄRZFELD (1938-1940)
Unvollendet
Heute: Stadtteil Langwasser/Park/Langwassersee

Im südlichen Anschluß an die Große Straße sollte ein fast 600.000 großes Aufmarschgelände mit Tribünenanlagen für 150.000 Menschen mit 24 Wehrtürmen entstehen. Hier sollten Aufmärsche und Manöver, wie z. B. der Tag der Wehrmacht während des Reichsparteitage stattfinden. Bei dem vorläufigen Baustopp, zu Beginn des Krieges im Sept. 1939, waren elf der Türme und Teile der 14 m hohen Tribünen fertiggestellt.

IMG_5633Nach Kriegsende wurde das riesige 955 x 610 große Gebiet von der amerikanschen Armee, unverändert belassen und als Truppenübungsplatz bzw. Lager genutzt. Um die von der Stadt geplante Wohnungsbebauung durchzuführen, mussten die fertiggestellten Türme 1966/67 gesprengt werden.

IMG_5638Bei der Wohnbebauung des Geländes ab 1972 stießen die Arbeiter immer wieder auf Fundamente des Märzfeldes. Von dem damaligen Gelände erinnert nur noch ein 2002 freigelegtes Tribünenfundament am Hermann-Thiele-Weg, an dem auch Infotafeln der wbg aufgestellt wurden. Benannt wurde das Märzfeld wahrscheinlich nach dem römischen Kriegsgott „Mars“ bzw. nach dem Datum der Wiedereinführung der Wehrpflicht im März 1935.

IMG_5619 IMG_5625Zahlreiche Granitquader und Steinreste findet man heute rund um den Langwassersee und auf einer Grünfläche in diesem Gebiet, die vermutlich von den Resten der ehemaligen Baustelle am Märzfeld stammen.

IMG_5654 IMG_5656 IMG_5661 IMG_5662Verfolgt man die damalige Umrandung des Geldändes stößt man im Wald ebenfalls noch auf Mauerfundamente.

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GROSSE STRASSE

GROSSE STRASSE (1935-1939)
Am Dutzendteich/Große Straße
Heute: Parkplatz

Die Große Straße war als Aufmarschstraße, die gen Süden zum geplanten Märzfeld führte und gen Norden genau auf die Nürnberger Kaiserburg zeigt, geplant. Diese Ausrichtung auf die Burg sollte eine Verbindung zur alten Nürnberger Reichsstadt mit ihren Reichstagen des Kaisers darstellen.

_MG_1391 IMG_6654Die Straße ist ca. 2 km lang und 60 Meter breit, an den Seiten waren Tribünen geplant (einige Fundamente sind zum Teil heute noch sichtbar). 60 000 1,2×1,2m große Granitplatten wurden verbaut. Die Platten wurden durch Anrauhung rutschfest gemacht und hatten unterschiedliche Farben, damit die Kolonnen sich besser orientieren konnten.

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1993 wurden die Granitplatten renoviert und neu verlegt. Die heutige Nutzung beschränkt sich auf Parkplatznutzung für Besucher der nahegelegene Nürnberg Messe und Großveranstaltungen im Frankenstadion oder dem Nürnberger Volksfest.

IMG_7921 IMG_6648Durch den Ausbruch des 2. Weltkriegs wurde die fast fertig gebaute Straße allerdings nie in Verwendung genommen. Nach Kriegsende benutzte die US-Air Force die Straße als Fluglandebahn, die erst 1968 für die öffentliche Nutzung freigegeben wurde.

WASSERAUSGLEICHSTURM ‚HOHER BÜHL‘

WASSERAUSGLEICHSTURM ‚HOHER BÜHL‘ (1937)
Oelserstraße
Heute: In gleicher Nutzung

Um die Wasserversorgung für das Reichsparteitagsgelände sicher zu stellen, wurde unweit des Geländes dieser Wasserturm nach Plänen Albert Speers aus Buckelquadermauerwerk mit Wasserbehältern errichtet.

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DIE KONGRESSHALLE

DIE KONGRESSHALLE (1935-1940)
Bayernstraße 110

Heute: Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, Standort Nürnberger Symphoniker, Veranstaltungsort ‚Serenenadenhof‘, Lagerräume, Parkplatz

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Foto: Nico Hofmann, Nürnberg

Das Kolosseum von Rom diente als Vorbild für den größten NS-Bau in Deutschland – der Kongresshalle. Mit 275×265 Meter sollte die geplante Halle 50.000 Menschen Platz bieten. Im heutigen Innenhof (180x260m) waren die Tribünen geplant. Die Grundsteinlegung wurde 1935 von Adolf Hitler persönlich eröffnet – die Bauarbeiten wurde zu Kriegsbeginn erstmal beendet, 1940 nochmals aufgenommen dann aber bald endgültig eingestellt.

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Seit 2001 ragt der begehbare ‚Pfeil‘ des Dokumentationszentrums in den Innenhof und gewährt dem Besucher einen interessanten Gesamtüberblick über die Ausmaße des Kongressbaus.

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Der Bau sollte 68 Meter hoch werden (der heutige Bauzustand ist ca. 40m) und von einem freitragenden Dach mit Oberlicht überspannt werden. Genaue Konstruktionspläne für diese, damals wohl schwer realisierbare Baumaßnahme sind nicht bekannt. Eine Rednerkanzel, die größte Orgel der Welt und das Licht das den Redner durch das Oberlicht beschienen hätte, hinterlassen einen fast sakralen Eindruck. Für die Stadt Nürnberg und dessen Oberbürgermeister Liebel war der Kongressbau eine wichtige, prestigeträchtige Bereicherung der ‚Stadt der Reichsparteitage‘. Eine zusätzliche Nutzung außerhalb der Propagandaveranstaltung war nicht vorgesehen.

Um die Größenwirkung zu testen, bauten die Nationalsozialisten, wie auch bei einigen anderen Bauten, ein Holzmodell des geplanten Säulengangs. Architekten der Kongresshalle waren Ludwig Ruff und dessen Sohn Franz, der nach dem Tod seines Vaters den Bau weiterführte. Um dem sumpfigen Gelände rund um den Dutzendteich Herr zu werden, musste ein mehrere Meter tiefes Fundament gebaut werden, damit der Bau nicht im Schlamm versank.

Ein großer Teil des Gebäudes wird durch einen fertiggestellten, begehbaren Säulengang umfasst.

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Um das Bauvorhaben überhaupt realisieren zu können wurde der alte Nürnberger Tiergarten am Dutzendteich an seine heutige Stelle an den Schmausenbuck verlegt. Heute werden die meisten Räume als Lager genutzt oder sind nicht begehbar, bzw. zugemauert. Zudem gibt es Räume für die Nürnberg Philharmoniker, das THW-Nürnberg und die DLRG. Der Innenhof wird von der Stadt Nürnberg als Lagerstätte für die Buden des Christkindlesmarkts und die nicht mehr verwendeten Granitplatten der renovierten ‚Großen Straße‘ verwendet. Bei Großveranstaltungen wird der Innenhof der unvollendeten Halle auch als Parkplatz genutzt.

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Eingang zu Nürnberger Symphonikern im südlichen Kopfbau.

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Außentreppe zum Säulengang

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Der mit Granitplatten verblendete Kongressbau besteht eigentlich aus Millionen von Backsteinen.

_MG_3252 Die beiden vorgelagerten Kopfbauten werden als Open-Air-Veranstaltungsort und als Dokumentationszentrum genutzt. Nach dem Krieg gab es immer wieder, zum Teil, abenteuerliche Umbauplanungen, die aber an der finanziellen Umsetzung, bzw. dringlicheren Notwendigkeit des Wohnungsbaus scheiterten.

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