TIEFBUNKER SPITTLERTOR

TIEFBUNKER SPITTLERTOR (1941)
Spittlertorzwinger
Heute: Zugang nur mit Sonderführung möglich.

Neben den Bunker unterhalb des Plärrers (heute nicht mehr vorhanden) und dem Hochbunker im Spittlertorturm, ist der Tiefbunker unterhalb des Spittlertorzwingers der dritte Bunker in unmittelbarer Nähe um den Verkehrsknotenpunkt Plärrer.

In dem Bunker sind noch einige technische Geräte original erhalten, wie z. B. zwei „Luftförderer“, einige Überdruckventile, Türen, Wandmalereien und diverse Leitungen.

Der relativ kleine Bunker mit fünf Räumen wahr ursprünglich größer gewesen. In östlicher Richtung gibt es wohl noch weitere Gänge und Räume – der Zugang ist allerdings zugemauert worden. Nach dem Krieg diente der Bunker auch zeitweise als Hotel.

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OBSTMARKTBUNKER

OBSTMARKTBUNKER (1941-43)
Obstmarkt
Heute nicht zugänglich.

Der Luftschutzbunker unter dem Nürnberger Obstmarkt, in unmittelbarer Nähe zum Hauptmarkt und dem Rathaus wurde von 1941-1943 errichtet. Über 850 Personen fasste der Tiefbunker. Nach Kriegsende 1946 diente der Bunker als Wohnraum für ausgebombte Nürnberger Einwohner und Flüchtlinge.

Von 1948-1951 wurde der ‚Wehrbau‘ aufgrund der angespannten Hotellage in Nürnberg (Die meisten intakten Hotels waren u.a. wegen der Nürnberger Prozesse von amerikanischen Beobachtern, Presseleuten und Teilnehmern belegt).

Das ‚Hotel zum Rathskeller‘ wurde mit nostalgischen Malereien mit historischen Nürnberger Motiven vor der Zerstörung von dem fränkischen Maler Max Götz verziert. Das Hotel bot keinen besonderen Komfort, konnte aber mit einem Gemeinschaftsbad mit Badewanne aufwarten. 1951 wurde das Hotel dann wieder wegen mangelnder Nachfrage geschlossen.

Über einem der beiden mittlerweile zugemauerten Zugänge zum Bunker befindet sich heute eine Auslagenvitrine eines Bekleidungsgeschäfts. Im Jahr 2005 gab es während der ‚Blauen Nacht‘ eine Klanginstallation, im Mai 2015 gab es die Möglichkeit die unterirdischen Räumlichkeiten im Rahmen einer Führung zum 70sten Jahrestages des Kriegsendes erneut zu sichten.

KENNZEICHNUNGEN FÜR DEN ZIVILEN LUFTSCHUTZ

KENNZEICHNUNGEN FÜR DEN ZIVILEN LUFTSCHUTZ (ab 1940)

1940 wurden die Nürnberger Hausseigentümer aufgefordert Maßnahmen zum Luftschutz zu treffen. Es wurden in den Kellern Mauerndurchbrüche zu den Nachbarkellern geschaffen, Fenster wurden zubetoniert, Holztüren durch Eisentüren ersetzt und zusätzliche Stützen in den Kellerräumen angebracht. Zusätzliche Gerätschaften zum Brandschutz mussten in den Räumlichkeiten ebenfalls vorhanden sein.

Zur Kennzeichnung der Lufschutzräume wurden an den Außenfassaden weiße Markierungen angebracht, die auf Luftschutzräume (LSR) und Notausstiege (NA) hinwiesen. Die Markierungen mussten bis zum 1. Stock reichen, damit die Hilfsmannschaften in der Lage waren die Schutzräume ausfindig zu machen.

Durch die fortschreitende Altbausanierung verschwinden diese Kennzeichnungen und Markierungen immer mehr aus dem Stadtbild. In einigen Stadteilen sind vereinzelt noch Markierungen erkennbar

(z. B. Nordstadt, St. Johannis, Gostenhof, Südstadt).

Die Fotoauswahl erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll nur einige Beispiele zeigen.

ZIVILER WOHNUNGSBAU IN NÜRNBERG

ZIVILER WOHNUNGSBAU IN NÜRNBERG (1933-45)

Massenarbeitslosigkeit, Armut und Wohnungsknappheit waren Ende der 20er, Anfang der 30er Jahre auch in Nürnberg zentrales Problem der Bevölkerung. Zwischen 1922 und 1931 entstanden zwar etwa 6.000 neue Sozialwohnungen, doch fehlten nach einer Wohnungszählung von 1933 noch immer 12.500 Wohnungen.

Die Nationalsozialisten versuchten u. a. mit Hilfe von schon bestehenden Plänen aus der Weimarer Republik die Wohnungsnot zu beseitigen (z.B. Siedlung Moorenbrunn – „Julius Streicher Siedlung“, Siedlung Nordost-Bahnhof, Gartenstadt), setzten aber auch auf die Errichtung von neuen Siedlerstellen (Eibach, Mühlhof, Gebersdorf, Eberhardshof).

Um an die begehrten Siedlerstellen zu kommen, mussten allerdings bestimmte Bedingungen erfüllt werden. So mussten die Siedler zwei Kinder haben, national gesinnt, politisch zuverlässig und unbescholten sowie „erbgesund“ sein.

Der soziale Wohnungsbau wurde besonders in den Kriegsjahren nur sehr zögernd fortgesetzt. Die größte neuangelegte Siedlung entstand in der Hansa- und Daimlerstraße mit 201 Wohnungen. In den Jahren 1936 bis 1938 entstanden in vielen Nürnberger Stadtteilen Wohnung von privaten Bauherren, die von der Stadt Nürnberg Steuer- und Gebührennachlässe als Anreiz erhielten (z. B. Zerzabelshof, Sündersbühl, Mögeldorf, Ziegelstein).

Viele dieser Gebäude haben den Krieg, auch aufgrund der Randstadtlage, überstanden und sind zum Teil noch gut erhalten. Die folgende fotografische Auflistung kann natürlich nur einen kleinen Teil der Gebäude wiedergeben die sich im Nürnberger Stadtgebiet befinden und erhebt somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

OFFIZIERSMESSE BUCHENBÜHL

OFFIZIERSMESSE BUCHENBÜHL (1937)
Rathsbergstraße 300 | 90411 Nürnberg
Heute: Jugendhotel Nürnbergbuchenbuehl_offizierskasino_IMG_0959 buchenbuehl_offizierskasino_IMG_0969 buchenbuehl_offizierskasino_IMG_0970 buchenbuehl_offizierskasino_IMG_0983Der eingeschossige Bau mit zwei Flügeln hat ein Satteldach, Sichtfachwerkgiebel und wurde im ‚Heimatstil‘ erbaut. Das Gebäude war Teil eines Luftnachrichtenlagers (Offiziersgebäude).

Möglicherweise Fundamente und Reste von weiteren Gebäuden von militärischen Bauten unweit des Offizierskasinos.

Möglicherweise Fundamente und Reste von weiteren Gebäuden von militärischen Bauten unweit des Offizierskasinos.

FRANZ-KÖHL-TURM

FRANZ-KÖHL-TURM (1936)
Reichswald (geographische Lage)
Heute: zugänglich im Reichswald

Die Wehrmacht hatte im Forst Tennlohe im Sebalder Reichwald einen Truppenübungsplatz angelegt. Der 1936 errichtet Aussichtsturm diente zur Überwachung der Schießübungen am Dornberg und am Gründlacher Berg. Die an dem sieben Meter hohen Turm war ursprünglich angebrachte Leiter wurde mittlerweile aus Sicherheitsgründen entfernt. Franz Köhl war ein Hauptmann während des ersten Weltkriegs in Südwestafrika. Ein Teil des Truppenübungsplatzes wurde bis 1993 von der US Army genutzt.

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Aufnahme von 2006

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Aufnahme von 2006

LUFTGAUKOMMANDO XIII

LUFTGAUKOMMANDO XIII (1937-1938)
Schafhofstraße
Heute: Wohnheim

Ursprünglich war für die Verwaltugsgebäude des Luftgaukommandos ein großer Komplex mit vielen Gebäuden im ländlichen Fachwerkstil vorgesehen. Dies wurde aber nur zum Teil verwirklicht. Das Gebäude enthält typische Elemente der NS-Architektur, wie die Rundbögen im Eingangsbereich oder der von Säulen getragene Vorbau des Nebeneingangs.

Das Luftgau-Kommando XIII wurde 1937 augestellt und existierte bis 1941.luftgaukommando1 luftgaukommando2 luftgaukommando3 luftgaukommando5 luftgaukommando6 luftgaukommando7 luftgaukommando8

DAF-LAGER

DAF-LAGER (1939)
Regensburger Straße 364-414
Heute: August-Meier Altenheim

1939 entstand an der Regensburger Straße, direkt angrenzend an das Reichsparteitagsgelände, ein großer Wohnkomplex für die Arbeiter der DAF die am RPT-Gelände arbeiteten. An das Hauptgebäude sind sieben zusammenhängende Nebengebäude gebaut worden, die als Unterkünfte dienten. Die im Wald liegende Anlage, die schwere Bombenschäden zu verzeichnen hatte, wurde nach dem Krieg als Unterkunft für amerikanische Soldaten und ab 1947 bis heute als Altenheim, dem „August Meier Heim“ genutzt. Das Gelände gehört zur Stadt Nürnberg.

Im hinteren Bereich wurden zeitweise Asylsuchende, bzw. Obdachlose untergebracht. Seit 1981 werden einige Gebäude auch von dem ‚Olaf-Ritzmann-Kollektiv‘, einer altlinken Wohngemeinschaft bewohnt und bewirtschaftet.

Unterkünfte für Flüchtlinge, Wohnungen

NSDAP-GAUHAUS

NSDAP-GAUHAUS (1935-37)
Marienplatz 5
Heute: Verwaltung Nürnberger Nachrichten

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Architekt des Gebäudes war Franz Ruff, an der rückseitigen Fassade befindet sich sich ein Herkulesrelief von Wilhelm-Nida-Rümelin.

Die Stadt Nürnberg nahm den 50. Geburtstag des fränkischen Gauleiters Julius Streicher zum Anlass dem umstrittenen „Frankenführer“ ein Grundstück zu schenken. Hierauf entstand in den Folgejahren das NSDAP-Gauhaus. Ein repräsentativer zweistöckiger Bau mit Reichsadler an der Vorderseite und mytischem Relief an der Rückfassade. Die Einweihung erfolgte im Februar 1937. Seit 1949 ist das gut erhaltene, bzw. wieder aufgebaute Gebäude Sitz der lokalen Nachrichtenverwaltung der Verlagsleitung des „Verlag Nürnberger Presse“ sowie die Anzeigenabteilung der „NN“, dessen Symbol“ an der Stelle des ehemaligen Reichsadlers prangt.

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Fotoupdate 2/2018

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LUFTSCHUTZSCHULE ‚HERMANN GÖRING‘

LUFTSCHUTZSCHULE HERMANN GÖRING (1936)
Ostendstraße 122
Heute: Mittlerweile komplett abgetragen, heute ParkplatzIMG_0649 IMG_0650 Kopie IMG_0652 IMG_0653 IMG_0654 IMG_0655
In diesem Gebäude ab Juni 1936 wurden Luftschutzwarte ausgebildet – die erste Einrichtung dieser Art in Bayern. Neben Übernachtungs- und Schulungsräumen, Speisaal und weiteren Räumen gab es im Dachgeschoss auch eine Kriechstrecke. Das Gebäude wurde bis vor kurzem von THW-Ortsgruppe Nürnberg-Nord verwendet.