Obersalzberg: Theaterhalle

Die Theaterhalle unweit des heutigen Dokumentationszentrums wurde 1937 von Adolf Hitler persönlich eingeweiht und diente in erster Linie zur Unterhaltung der zahlreichen Arbeiter, die in der Nähe untergebracht waren. In der ca. 65x25qm großen Halle gab es vornehmlich Filmvorführungen aber auch Propagandaveranstaltungen. Das Gebäude stand auf Betonfundamenten und wurden ansonsten fast komplett aus Holz errichtet. Die Halle erreichte eine Höhe von 12m und auf der Rückseite prangte ein riesiger Reichsadler mit Hakenkreuz. 1944 kam es aufgrund der zu großen Eis-, und Schneelast zu einem Teileinsturz des Daches

Ansichtskarte Theaterhalle am Obersalzberg ©Photohaus J.Schmid Berchtesgaden, Datum: nach 1937

Nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft wurde das Holz des Gebäudes u.a. zum Wiederaufbau der Herz-Jesu-Kirche in München verwendet. Diese brannte aber 1994 ab und wurde komplett neu errichtet.

Wenn man heute vom Dokuzentrum den Carl-von-Linde-Weg entlang läuft, stößt man rechterhand noch auf zahlreiche Betonfundamente, die auch die Größe des Gebäudes erahnen lassen.

Luftschutzanlage unter den ‚Sieben Zeilen‘

Ende April war ich mal wieder im Untergrund Nürnbergs unterwegs. Der Verein Nürnberger Felsengänge hatte eine Sonderführung im Angebot. Diesmal startete die Tour im Pellerhof und führte dann zum Webersplatz, wo sich der Einstieg in die ehemaligen Luftschutzkeller unterhalb der Sieben Zeilen befindet, die ab 1941 dort angelegt wurden. Für den Ausbau der Stollen wurden auch ‚Zwangsarbeiter‘ eingesetzt, die für die Arbeiten von dem Lagergelände am Reichsparteitagsgelände herangebracht wurden. Hier der Originaltext der Veranstaltung:

EIN BITTERES ENDE UND EIN NEUER ANFANG
– Das Kriegsende in Nürnberg und in Deutschland –
Kriegsende – die alte Ordnung zusammengebrochen, eine neue Ordnung noch im Entstehen. Menschen auf der Suche nach Essen, Wohnraum und Brennmaterial. Menschen auf dem Weg ins Ungewisse nach Gefangenschaft, Vertreibung, Flucht oder Kampf, aber auch unterwegs in eine neue Zukunft. Ein neues Leben auf den Trümmern des alten aufzubauen, stellte die Menschen vor schier unlösbare Herausforderungen. Wir geben Ihnen in den ehemaligen Luftschutzräumen unter den Sieben Zeilen einen Einblick in diese unruhige Zeit des Neubeginns.

Vielen Dank an den Verein – es war wieder ein sehr interessanter Einblick in die Nürnberger Geschichte!

Reichsautobahn: Strecke 46

Thema: Architektur 1933-1945 in Franken

Die Strecke 46 bezeichnet ein knapp 70 km langes unvollendetes Autobahnteilstück in Deutschland, das zwischen Fulda und Würzburg parallel zur heutigen A 7 verläuft.

Der Bau dieser geplanten Reichsautobahn wurde 1937 begonnen und 1939 eingestellt. Insgesamt wurde an ca. 30 km zusammenhängender Strecke gebaut. Der Abzug von Arbeitskräften und Materialien zu Kriegszwecken und die Einführung neuer Normen nach Beginn des Baus erschwerten die Arbeiten. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Planung verworfen. Stattdessen wurde eine Trasse gewählt, die an Schweinfurt vorbeiführt und größere Kurvenradien besitzt.

Dokumenten lokaler Autobahnmeistereien zufolge war dies auch durch die veränderte politische Geografie bedingt: durch die innerdeutsche Grenze waren die östlichen westdeutschen Gebiete der Rhön und des Spessarts ohne die Hinterlandanbindung (an MeiningenBad SalzungenEisenach) relativ schlecht zugängliche Zonenrandgebiete geworden. Zudem war auch eine Vernetzung mit der in Thüringen begonnenen Strecke 85 nun obsolet.

In der Gemarkung Schulruh zwischen Burgsinn und Gräfendorf überspannt ein großes Brückenbauwerk ohne aufgefüllte Fundamentböschungen die MSP17 (Querverbindung Sinntal–Fränkisches Saaletal) in einer Kammhöhenlage von 395 m NN. Quelle: Wikipedia

Zahlreiche Fragmente der fast fertig trassierten Autobahn befinden sich noch in der Landschaft, wie Streckenabschnitte, Brücken und Brückenpfeiler. Sie stehen seit 2003 unter Denkmalschutz. Auf der alten Trasse befindet sich annähernd ein Dutzend unvollendete Bauwerke, die meisten im Wald. In Rupboden unterquert eine Kreisstraße die mit Bäumen überwachsene Trasse, die auch noch deutlich von oben sichtbar ist. Quelle: Wikipedia

In Gräfendorf dient der größere von zwei unvollendeten Pfeilern der vorgesehenen Saaleüberführung Alpinisten als Kletterfelsen (180 m NN). Quelle: Wikipedia