Bahnhof

GÄSTEHAUS DER NSDAP

Gästehaus der NSDAP (1935/36)
Bahnhofsplatz 3/Gleißbühlstraße
Heute: Umbau zu einem Hotel

Innerhalb von nur sieben Monaten wurde dieses Großhotel für die Ehrengäste der NSDAP während der Reichsparteitage neben dem schon bestehenden Grand Hotel errichtet. Die Sandsteinverblendung wurde allerdings erst später fertiggestellt. Der Dachbereich ist nicht mehr original erhalten. Nach dem Krieg wurde das Hotel für die Anwälte und Richter der Nürnberger Prozesse von der amerikanischen Militärregierung verwendet und dann als „American Bavarian Hotel“ genutzt. Auf der Rückseite des Gebäudes kann man noch einige amerikanische Beschriftungen entdecken.

1996 wurde der Bau in ein Appartment-Wohnhaus mit Gastronomie im Eingangsbereich umfunktioniert und stand mit kurzfristigen Unterbrechungen seit ca. 2003 leer. Dringend nötige, umfangreiche Sanierungen hielten Investoren trotz zentraler Lage lange Zeit davon ab sich dem Gebäude anzunehmen.

Mittlerweile wird das ehemalige Gästehaus der NSDAP, indem u.a. Hermann Göring während der Reichsparteitage in einer eigenen Suite nächtigte, zu einem Hotel der Kette Park Plaza saniert und umgebaut. Die Eröffnung ist für Anfang 2016 geplant.

Bericht der NN

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HAUPTPOSTAMT

Hauptpostamt (1931-1935)
Am Bahnhofsplatz 1
Heute: Postfiliale | leerstehend

Bereits 1861 stand auf dem Gelände das erste Postgebäude welches dann 1914 mit einem ‚Rundbau‘ erweitert, aber erst 1924 fertigestellt wurde.1931 ersetzte der sogenannte ‚Kopfbau‘ das alte Bauwerk im Stile der Neuen Sachlichkeit, welches ein Stahlkelett als Grundgerüst erhielt. Architekt war Max Kälberer.

Frankens ‚Gauleiter‘ Julius Streicher ließ 1933, nach der Machtübernahme der NSDAP im Nürnberger Stadtrat die Pläne zugunsten von Arkaden im Erdgeschoss und eines Walmdaches ändern und überwarf die streng kubistischen Pläne Kälberers. Von 1935 bis 1994 wurde die Nürnberger Post dort sortiert und dann ausgetragen. Das im 2. Weltkrieg beschädigte Gebäude wurde bereits 1947 leicht verändert wieder aufgebaut.

Nach dem Erwerb des Komplexes durch einen Investor im Jahr 2014 wurde bekanngegeben, dass der unter Denkmalschutz stehende alte Rundbau bis auf die Außenfassade und die Treppenhäuser kernsaniert werden soll und der markante ‚Kopfbau‘ direkt am Bahnhof wohl einem Neubau weichen muss. Eine Online-Petition für den Erhalt des Gebäudes scheiterte 2015 mangels Beteiligung. So scheint das Schicksal des Gebäudes besiegelt zu sein.
Bericht in den NN 7/2015
• Infos der Stadtbild Initiative Nürnberg

BAHNHOF NÜRNBERG-DUTZENDTEICH

BAHNHOF NÜRNBERG-DUTZENDTEICH (1934-36)
Zeppelinstraße 5 | 90471 Nürnberg
Heute: Gaststatte ‚Bahnhof Dutzendteich‘

BF-Dutzenteich-neuSpeziell für die Reichsparteitage wurde dieser alte Bahnhof (1871) in den  Jahren 1934-1936 umgebaut. Hierbei wurden Unterführungen z.T. mit direktem Zugang zur Zeppelintribüne und 400m lange überdachte Bahnsteige angelegt, sowie das Hauptgebäude umgebaut.

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Die Bahnsteige wurden in den 90er Jahren im Zuge eines zweiten Umbaus komplett abgetragen, es entstand in unmittelbarer Nähe der neue S-Bahnhof Dutzendteich.
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Das heute unter Denkmalschutz stehende Banhofsgebäude als Restaurant/Café mit großem Biergarten genutzt.

BAHNHOF NÜRNBERG-FISCHBACH

Blick von der Gleisseite auf das Gebäude

Bahnhof Nürnberg-Fischbach (1940)

1940 wurde der erneuerte und umgebaute Bahnhof Fischbach (ursprünglich von 1896) zwischen Nürnberg-Altenfurt und Nürnberg-Fischbach eröffnet. Der Bahnhof sollte, ähnlich wie der Bahnhof Zollhaus, die beiden zentraler gelegenen Bahnhöfe Dutzendteich und Märzfeld während der Reichsparteitage entlasten._MG_2573
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In unmittelbarer Nähe in Altenfurt befand sich das SS-Lager, unweit davon das NSKK-Lager sowie die Unterkunft des RAD. Damit hätte der Standort eine gute Anlaufstelle für die Anreisenden geboten. Nachdem der letzte Reichsparteitag allerdings 1938 stattfand, wurde das Gebäude zumindest nicht für den geplanten Zweck verwendet.
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Der mittlerweile stark renovierungsbedürftige Gebäudekomplex wurde im altfränkischen Stil aus herkömmlichen, ortsüblichen Materialien wie Sandstein erbaut. Sehenswert ist der Säulengang im Wartebereich direkt an der Bahnlinie mit Inschrift.
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Seit 2010 befindet sich in unmittelbarer Nähe die S-Bahn-Haltestelle Nürnberg Fischbach. Mittlerweile (2015) steht das denkmalgeschützte Gebäude zum Verkauf und ist zur Zeit in keiner Nutzung.

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Ehemaliger Haupteingang mit Inschrift AD MCMXL

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Der Bauzustand ist mittlereweile stark renovierungsbedürftig

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Laterne am Eingangsportal

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Wartebereich 2005

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Wartebereich 2015

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Luftschutztür in den Kellerbereich

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Kellerbereich (2005)