Langwasser

MÄRZFELD

MÄRZFELD (1938-1940)
Unvollendet
Heute: Stadtteil Langwasser/Park/Langwassersee

Im südlichen Anschluß an die Große Straße sollte ein fast 600.000 großes Aufmarschgelände mit Tribünenanlagen für 150.000 Menschen mit 24 Wehrtürmen entstehen. Hier sollten Aufmärsche und Manöver, wie z. B. der Tag der Wehrmacht während des Reichsparteitage stattfinden. Bei dem vorläufigen Baustopp, zu Beginn des Krieges im Sept. 1939, waren elf der Türme und Teile der 14 m hohen Tribünen fertiggestellt.

IMG_5633Nach Kriegsende wurde das riesige 955 x 610 große Gebiet von der amerikanschen Armee, unverändert belassen und als Truppenübungsplatz bzw. Lager genutzt. Um die von der Stadt geplante Wohnungsbebauung durchzuführen, mussten die fertiggestellten Türme 1966/67 gesprengt werden.

IMG_5638Bei der Wohnbebauung des Geländes ab 1972 stießen die Arbeiter immer wieder auf Fundamente des Märzfeldes. Von dem damaligen Gelände erinnert nur noch ein 2002 freigelegtes Tribünenfundament am Hermann-Thiele-Weg, an dem auch Infotafeln der wbg aufgestellt wurden. Benannt wurde das Märzfeld wahrscheinlich nach dem römischen Kriegsgott „Mars“ bzw. nach dem Datum der Wiedereinführung der Wehrpflicht im März 1935.

IMG_5619 IMG_5625Zahlreiche Granitquader und Steinreste findet man heute rund um den Langwassersee und auf einer Grünfläche in diesem Gebiet, die vermutlich von den Resten der ehemaligen Baustelle am Märzfeld stammen.

IMG_5654 IMG_5656 IMG_5661 IMG_5662Verfolgt man die damalige Umrandung des Geldändes stößt man im Wald ebenfalls noch auf Mauerfundamente.

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BAHNHOF NÜRNBERG-MÄRZFELD

BAHNHOF NÜRNBERG-MÄRZFELD (1937-1939)
Thomas-Mann-Straße
Heute: Stillgelegt | Nicht zugänglich

Der nie vollständig ausgeführte Bahnhof Märzfeld im heutigen Nürnberger Stadtteil Langwasser wurde 1938 in Betrieb genommen. Er diente ursprünglich zur Aufnahme der Gäste, bzw. Teilnehmer der Reichsparteitage, da der Bahnhof in unmittelbarer Nähe zu den barackenlagern der NS-Organisationen errichtet wurde.

Den damaligen Bahnhof erreichte man durch zwei Zugangstunnel. Der nördliche Tunnel dient bis heute als Unterführung durch die Gleisanlagen, die direkten Zugänge sind mittlerweile allerdings zugemauert oder mit Gittern verschlossen. Der südliche Zugang ist komplett zugemauert.

Nach Kriegsbeginn 1939 und der Einstellung der Reichsparteitage änderte sich die Funktion des Bahnhofs. Nun diente dieser hauptsächlich zum An- und Abtransport von Kriegsgefangenen, die nun auf dem ehemaligen Lagergelände  untergebracht wurden (heutiger Stadtteil Langwasser).

Zwischen dem 29.11.1941 und dem 25.04.1942 wurden hier über 2.000 jüdische Menschen in mehreren Transporten aus Nürnberg und Umgebung in Arbeits- und Vernichtungslager gebracht. Lediglich 72 Menschen überlebten den Holocaust.
Verantwortlich für die Deportationen war der Nürnberger Polizeipräsident SS-Brigadeführer Dr. Benno Martin.

Erst 1957 wurde die Station in ‚Bahnhof Langwasser‘ umbenannt und 1988 der Personenverkehr an diesem Standort eingestellt. Eine Infotafel des Informationsystems Reichsparteitagsgelände ist mittlerweile am Nordtunnel zum Gedenken an die Opfer angebracht worden.