Plärrer

TIEFBUNKER SPITTLERTOR

TIEFBUNKER SPITTLERTOR (1941)
Spittlertorzwinger
Heute nicht zugänglich.

Neben den Bunker unterhalb des Plärrers (heute nicht mehr vorhanden) und dem Hochbunker im Spittlertorturm, ist der Tiefbunker unterhalb des Spittlertorzwingers der dritte Bunker in unmittelbarer Nähe um den Verkehrsknotenpunkt Plärrer.

In dem Bunker sind noch einige technische Geräte original erhalten, wie z. B. zwei „Luftförderer“, einige Überdruckventile, Türen, Wandmalereien und diverse Leitungen.
Der relativ kleine Bunker mit fünf Räumen wahr ursprünglich größer gewesen. In östlicher Richtung gibt es wohl noch weitere Gänge und Räume – der Zugang ist allerdings zugemauert worden. Nach dem Krieg diente der Bunker auch zeitweise als Hotel.

Advertisements

HOCHBUNKER SPITTLERTORTURM

HOCHBUNKER SPITTLERTORTURM (1940-41)
Spittlertor
Heute nicht zugänglich/Lager

Der Spittlertorturm hat seinen Namen von dem damaligen nahgelegenen Spital St. Elisabeth und wurde ursprünglich als eckiger Turm Ende des 14 Jhdt. erbaut. Erst 1558 bekam der Turm die heutige runde Form und die „Gefechtsplattform“.

IMG_0456Im Zuge der Luftschutzbaumaßnahmen im Dritten Reich wurde auch dieser ehemalige Stadtmauerturm zu einem Luftschutzhochbunker für ca. 450 Personen ausgebaut. Der Turm überstand die schweren Bombenangriffe des 2. Weltkriegs nahezu unbeschadet.

Nach dem Krieg diente der Turm zur „Überwachung“ des nahegelegenen Rotlichtviertels und später zur Überwachung des Verkehrs am Plärrer. Heute ist der Turm Teil des Garnisonsmuseums in dem hunderte Bücher und Filme sowie einige Exponate untergebracht sind.

IMG_0390

(Hier eines der Exponate – ein berlebensgroßes, altarähnliches Gemälde von 1920, auf dem der Tod Soldaten in den Krieg lockt – Künstler unbekannt).

Zwangsarbeiter-Denkmal (2007)

Am Plärrer, U-Bahnhof Plärrer

62 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde in Nürnberg ein Denkmal für die ca. 100.000 Zwangsarbeiter eingeweiht, die zwischen 1939 und 1945 in der fränkischen Metropole arbeiten mussten. Bereits vor 20 Jahren wurde vom Stadtrat beschlossen ein Denkmal zu errichten. Dennoch dauerte es noch bis zum Jahre 2000 bis sich besonders der ehemalige Zwangsarbeiter Rob Zweerman für die Errichtung des Denkmals einsetzte.

Mindestens 100.000 Zwangsarbeiter aus über 40 Ländern waren bei ca.  150 Nürnberger Firmen beschäftigt. Etwa 5.900 Zwangsarbeiter mussten aufgrund der zum Teil sehr schlechten Lebensumstände Ihr Leben lassen.

Die Zwangsarbeiter waren zumeist in den Rüstungsunternehmen ihre Arbeit verrichten, wurden aber auch im Einzelhandel oder bei der Stadt Nürnberg verwendet. Nicht selten mussten Zwangsarbeiter nach Bombenangriffen, bei denen sie selbst oft ohne Schutz ausgeliefert waren, die Trümmer beseitigen oder Blindgänger entschärfen. Mit der gemeinsamen Entschädigungs-initiative von Staat und Wirtschaft wurden die letzten noch lebenden Zwangsarbeiter im Jahre 2006 entschädigt.

2005 gewann Prof. Hermann Pitz die Ausschreibung den von der Stadt Nürnberg ausgeschriebenen Wettbewerb mit seinem Entwurf „Transit“. Über 3.000 Aluminium-Männchen halten sich symbolisch an den Händen. Das Denkmal ist sowohl überirdisch, als auch unterirdisch zu betrachten. Das Denkmal kostete 50.000 Euro. Der Standort Plärrer wurde deswegen gewählt, weil sich damals am sog. Plärrer-Automat, einem Straßenbahn-Wartehäuschen, die Zwangsarbeiter für Informations- und Warenaustausch trafen. Der Plärrer-Automat wurde nach dem Krieg abgerissen weil er der neuen Verkehrsführung Rechnung tragen musste.

Weiterführende Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Zwangsarbeiter-Mahnmal_%E2%80%9ETransit%E2%80%9C

http://www.rijo.homepage.t-online.de/pdf/DE_NU_WK2_firmen.pdf