Reichsparteitage

DAF-LAGER

DAF-LAGER (1939)
Regensburger Straße 364-414
Heute: August-Meier Altenheim

1939 entstand an der Regensburger Straße, direkt angrenzend an das Reichsparteitagsgelände, ein großer Wohnkomplex für die Arbeiter der DAF die am RPT-Gelände arbeiteten. An das Hauptgebäude sind sieben zusammenhängende Nebengebäude gebaut worden, die als Unterkünfte dienten. Die im Wald liegende Anlage, die schwere Bombenschäden zu verzeichnen hatte, wurde nach dem Krieg als Unterkunft für amerikanische Soldaten und ab 1947 bis heute als Altenheim, dem „August Meier Heim“ genutzt. Das Gelände gehört zur Stadt Nürnberg.

Im hinteren Bereich wurden zeitweise Asylsuchende, bzw. Obdachlose untergebracht. Seit 1981 werden einige Gebäude auch von dem ‚Olaf-Ritzmann-Kollektiv‘, einer altlinken Wohngemeinschaft bewohnt und bewirtschaftet.

Unterkünfte für Flüchtlinge, Wohnungen

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DOKUMENTATIONSZENTRUM REICHSPARTEITAGSGELÄNDE

DOKUMENTATIONSZENTRUM REICHSPARTEITAGSGELÄNDE (2001)
Bayernstraße 110
90478 Nürnberg
http://www.museen.nuernberg.de/dokuzentrum

Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände wurde am 4. November 2001 feierlich vom damaligen Bundespräsident Johannes Rau eröffnet. Die Ausstellung „Faszination und Gewalt“ in der nicht fertiggestellten ‚Kongresshalle‘ beinhaltet die Entwicklung des Nationalsozialismus ab Ende des 1. Weltkriegs 1918, bis zu den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen 1945/46.

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Studienforum für pädagogische Arbeit über dem Eingangsbereich

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Der Schwerpunkt der Dauerausstellung wurde dabei auf die Rolle Nürnbergs zur Zeit des Nationalsozialismus gelegt. So bekamen die geplanten und ausgeführten Bauten des Reichsparteitagsgeländes, die Geschichte der Reichsparteitage, sowie die Nürnberger Prozesse eine besondere Gewichtung. Ergänzt wird die Dauerausstellung durch Sonderausstellungen in den Räumlichkeiten des nördlichen ‚Kopfbaus‘ und durch die Möglichkeit der pädagogischen Nutzung des Studienforums mit Themengesprächen, Studientagen und Sonderveranstaltungen.

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Caféteria im Dokuzentrum

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Treppenaufgang zur Dauerausstellung

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Aufzug und Glasdachkonstruktion des Museums in der Eingangshalle

Bei der Architektur des Museums wurde besonderen Wert darauf gelegt den Kongressbau „nicht fertig zu stellen“, sondern durch Verwendung anderer Materialien und durch räumliche Trennung, aber unter Einbeziehung der vorhandenen Räumlichkeiten, eine gewisse Distanz zu schaffen. Kernstück der neuen Architektur ist der sog. „Pfahl“ der den gesamten Kopfbau des Gebäudes regelrecht zerschneidet und die den Kongressbau zum Ausstellungstück macht.

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Der Eingangsbereich

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Der ‚Pfahl‘ der sich quer durch das Gebäude zieht.

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Die Ausstellung „Faszination und Gewalt“ löste die alte Ausstellung im Inneren der Zeppelintribüne ab, die man hier von 1985-2001 besuchen konnte.

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Die alte Ausstellung ‚Faszination & Gewalt‘ von war von 1985-2001 nur in den Sommermonaten geöffnet, da im Inneren keine Heizung installiert war.

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Ausstellungstücke der alten Ausstellung

Jährlich besuchen über 235.000 Besucher das Dokumentationszentrum – ca. 50% der Gäste kommen aus dem Ausland. Das Museum ist wochentags von 9 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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BAHNHOF NÜRNBERG-MÄRZFELD

BAHNHOF NÜRNBERG-MÄRZFELD (1937-1939)
Thomas-Mann-Straße
Heute: Stillgelegt | Nicht zugänglich

Der nie vollständig ausgeführte Bahnhof Märzfeld im heutigen Nürnberger Stadtteil Langwasser wurde 1938 in Betrieb genommen. Er diente ursprünglich zur Aufnahme der Gäste, bzw. Teilnehmer der Reichsparteitage, da der Bahnhof in unmittelbarer Nähe zu den barackenlagern der NS-Organisationen errichtet wurde.

Den damaligen Bahnhof erreichte man durch zwei Zugangstunnel. Der nördliche Tunnel dient bis heute als Unterführung durch die Gleisanlagen, die direkten Zugänge sind mittlerweile allerdings zugemauert oder mit Gittern verschlossen. Der südliche Zugang ist komplett zugemauert.

Nach Kriegsbeginn 1939 und der Einstellung der Reichsparteitage änderte sich die Funktion des Bahnhofs. Nun diente dieser hauptsächlich zum An- und Abtransport von Kriegsgefangenen, die nun auf dem ehemaligen Lagergelände  untergebracht wurden (heutiger Stadtteil Langwasser).

Zwischen dem 29.11.1941 und dem 25.04.1942 wurden hier über 2.000 jüdische Menschen in mehreren Transporten aus Nürnberg und Umgebung in Arbeits- und Vernichtungslager gebracht. Lediglich 72 Menschen überlebten den Holocaust.
Verantwortlich für die Deportationen war der Nürnberger Polizeipräsident SS-Brigadeführer Dr. Benno Martin.

Erst 1957 wurde die Station in ‚Bahnhof Langwasser‘ umbenannt und 1988 der Personenverkehr an diesem Standort eingestellt. Eine Infotafel des Informationsystems Reichsparteitagsgelände ist mittlerweile am Nordtunnel zum Gedenken an die Opfer angebracht worden.

STRAßENBAHNUNTERFÜHRUNG ALLERSBERGERSTRASSE

STRAßENBAHNUNTERFÜHRUNG ALLERSBERGERSRASSE (1934)
Allersbergerstraße
Heute: In gleicher Nutzung

Um eine störungsfreie Streckenführung der Straßenbahnen zu den Reichsparteitaen zu garantieren (Durch Marschkolonnen wurde der Straßenbahnverkehr während der RPT immer wieder gestört), wurde ab 1936 eine Brücke über die Allersbergersraße errichtet. Bereits zwei Jahre später wurde diese aufgrund des Baus der riesigen SS-Kaserne zugunsten einer ‚Unterpflasterstrecke‘ wieder abgebrochen. Hitler persönlich soll sich für einen ‚besseren Blick‘ auf das Kasernengebäude eingesetzt haben. _MG_2656 _MG_2679Pünktlich zu den Reichsparteitagen wurde dieser neue Streckenbaschnitt  im September 1938 in Betrieb genommen wurde.

BAHNHOF NÜRNBERG-ZOLLHAUS

BAHNHOF NÜRNBERG-ZOLLHAUS (1937)
Klenzestraße 11 | Nürnberg
Heute: Leerstehend | Ohne Nutzung

Der ursprüngliche Bahnhof Zollhaus wurde 1904 eröffnet und befand sich wenige hundert Meter nördlich des späteren Bahnhofs. Der von zwei Bahngleisen umschlossene ehemalige Bahnhof Zollhaus im Nürnberger Rangierbahnhofsviertel unweit von Langwasser gelegen, ist auf den ersten Blick nicht unbedingt dem Dritten Reich zuzuordnen. Dieser 1937 erbaute, reine Zweckbau kam ohne die sonst übliche „Präsentationsarchitektur“ aus.
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Der Banhof wirkt mit seiner schlichten Architektur fast schon modern. Der Bahnhof Zollhaus sollte wie auch die anderen Nürnberger Bahnhöfe die anströmenden Besucher der Reichsparteitage aufnehmen – eine Art Entlastungsbahnhof für die Bahnhöfe Dutzendteich und Märzfeld.

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Nach verschiedenen Nutzungen in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg (Gastronomiebetriebe, Fabriken, Übungsräume, Kiosk) steht der ehemalige Bahnhof Zollhaus leer. Seit 2011 stehen das Gebäude und die zughörige, stark baufällige Brücke unter Denkmalschutz.
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Nur über die unter mittlerweile denkmalgeschützte, aber stark baufällige Brücke konnte man zu Bahnsteigen gelangen.

Nur über die unter mittlerweile denkmalgeschützte, aber stark baufällige Brücke konnte man zu Bahnsteigen gelangen.

BAHNHOF NÜRNBERG-DUTZENDTEICH

BAHNHOF NÜRNBERG-DUTZENDTEICH (1934-36)
Zeppelinstraße 5 | 90471 Nürnberg
Heute: Gaststatte ‚Bahnhof Dutzendteich‘

BF-Dutzenteich-neuSpeziell für die Reichsparteitage wurde dieser alte Bahnhof (1871) in den  Jahren 1934-1936 umgebaut. Hierbei wurden Unterführungen z.T. mit direktem Zugang zur Zeppelintribüne und 400m lange überdachte Bahnsteige angelegt, sowie das Hauptgebäude umgebaut.

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Die Bahnsteige wurden in den 90er Jahren im Zuge eines zweiten Umbaus komplett abgetragen, es entstand in unmittelbarer Nähe der neue S-Bahnhof Dutzendteich.
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Das heute unter Denkmalschutz stehende Banhofsgebäude als Restaurant/Café mit großem Biergarten genutzt.

BAHNHOF NÜRNBERG-FISCHBACH

Blick von der Gleisseite auf das Gebäude

Bahnhof Nürnberg-Fischbach (1940)

1940 wurde der erneuerte und umgebaute Bahnhof Fischbach (ursprünglich von 1896) zwischen Nürnberg-Altenfurt und Nürnberg-Fischbach eröffnet. Der Bahnhof sollte, ähnlich wie der Bahnhof Zollhaus, die beiden zentraler gelegenen Bahnhöfe Dutzendteich und Märzfeld während der Reichsparteitage entlasten._MG_2573
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In unmittelbarer Nähe in Altenfurt befand sich das SS-Lager, unweit davon das NSKK-Lager sowie die Unterkunft des RAD. Damit hätte der Standort eine gute Anlaufstelle für die Anreisenden geboten. Nachdem der letzte Reichsparteitag allerdings 1938 stattfand, wurde das Gebäude zumindest nicht für den geplanten Zweck verwendet.
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Der mittlerweile stark renovierungsbedürftige Gebäudekomplex wurde im altfränkischen Stil aus herkömmlichen, ortsüblichen Materialien wie Sandstein erbaut. Sehenswert ist der Säulengang im Wartebereich direkt an der Bahnlinie mit Inschrift.
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Seit 2010 befindet sich in unmittelbarer Nähe die S-Bahn-Haltestelle Nürnberg Fischbach. Mittlerweile (2015) steht das denkmalgeschützte Gebäude zum Verkauf und ist zur Zeit in keiner Nutzung.

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Ehemaliger Haupteingang mit Inschrift AD MCMXL

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Der Bauzustand ist mittlereweile stark renovierungsbedürftig

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Laterne am Eingangsportal

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Wartebereich 2005

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Wartebereich 2015

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Luftschutztür in den Kellerbereich

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Kellerbereich (2005)