SS-Kaserne

STRAßENBAHNUNTERFÜHRUNG ALLERSBERGERSTRASSE

STRAßENBAHNUNTERFÜHRUNG ALLERSBERGERSRASSE (1934)
Allersbergerstraße
Heute: In gleicher Nutzung

Um eine störungsfreie Streckenführung der Straßenbahnen zu den Reichsparteitaen zu garantieren (Durch Marschkolonnen wurde der Straßenbahnverkehr während der RPT immer wieder gestört), wurde ab 1936 eine Brücke über die Allersbergersraße errichtet. Bereits zwei Jahre später wurde diese aufgrund des Baus der riesigen SS-Kaserne zugunsten einer ‚Unterpflasterstrecke‘ wieder abgebrochen. Hitler persönlich soll sich für einen ‚besseren Blick‘ auf das Kasernengebäude eingesetzt haben. _MG_2656 _MG_2679Pünktlich zu den Reichsparteitagen wurde dieser neue Streckenbaschnitt  im September 1938 in Betrieb genommen wurde.

SS-Kaserne

SS-Kaserne (1937-39)
Frankenstraße 210 | Nürnberg
Heute: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
Zollamt und Kulturzentrum

Zeit des Nationalsozialismus
Die Bauarbeiten an der ehemalige SS-Kaserne an der Frankenstraße begannen am 20. Oktober 1937 und sollten zum Reichsparteitag 1938 abgeschlossen sein. Für den Bau der Kaserne mussten Firmen verschwinden, Bahngleise demontiert werden und sogar die relativ neue Straßenbahnlinie unterirdisch verlegt werden (Unterführung).
Tatsächlich wurde ein Großteil des Gebäudekomplexes nach großen verwaltungstechnischen Schwierigkeiten sowie Kompetenzstreitereien am
2. Juni 1939 eingeweiht.

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Die Kaserne wurde von den Nationalsozialisten als „Einfallstor zum Reichsparteitagsgelände“ bezeichnet, obwohl das Gebäude nicht in unmittelbarer Nähe des RPT-Geländes liegt und die Kaserne bis 1936 in den Planungen nicht vor kam. Neben dem großen Hauptgebäude mit zwei Seitenflügeln mit Innenhof, wurde ein großer Exerzierplatz und weitere Nebengebäude angelegt. In der Kaserne wurde Funker ausgebildet, die z. T. auch eine eigene Einheit, die SS-Nachrichten Ersatzabteilung bildeten. Später kamen auch Polizeibeamte, die 1942/43 dann zur „Polizei-Division-Nachrichten Abteilung“ in der Waffen-SS zusammengeführt wurden in die Kaserne.

KZ-Außenlager/Zwangsarbeit
1941 wurde die Kaserne auch als KZ-Außenlager Dachau und 1943 als KZ-Außenlager Flossenbürg genutzt. Die KZ-Häftlinge mussen Bauarbeiten auf dem Gelände verrichten, Bomben entschärfen und Bombenschäden beseitigen. Die Häftlinge wurden teilweise auch an Nürnberger Firmen zu Bauarbeiten verliehen. Der letzte Leidensweg der KZ-Häftlinge führte sie 1945 wieder zu Fuß nach Dachau zurück. SS-Kaserne-04SS-Kaserne-03

Rückansicht der ehemaligen SS-Kaserne

Rückansicht der ehemaligen SS-Kaserne

Am 18. April 1945 mussten sich die letzten SS-Einheiten der amerikanischen Armee geschlagen geben.

US-Army/Merell Barracks 1948-1992
In den nachfolgenden Jahren bis 1947 wurden in den „Merrell Barracks“, wie die Kaserne fortan hieß, die sogenannten „Displaced Persons“ (DPs) untergebracht – Zwangsarbeiter aus ganz Europa, die nicht sofort in ihre Heimatländer zurückkehren konnten oder wollten. So lebten im September 1945 noch über 5.000 DPs in dem Gebäude. Erst 1948 wurde die Kaserne komplett von der US-Armee übernommen.

SS-Kaserne-02

Im September 1992 wurden die „Merrell Barracks“ der Stadt Nürnberg, bzw. der Bundesrepublik Deutschland wieder übergeben. Nach umfangreichen Umbaumaßnahmen zog im Dez. 1996 das ‚Bundesamt zur Anerkennung ausländischer Flüchtlinge‘ in das Hauptgebäude ein. Einige Nebengebäude wurden abgerissen, andere bis heute als Kunstverein oder Veranstaltungsort (Z-Bau) genutzt.

Der ‚Z-Bau‘
Ein Teilbereich der ehemaligen Kaserne, der bis 1945 als ‚Führerheim‘,  diente wurde am 2000 als Kunst-, Kulturzentrum genutzt. nach einigen Jahren wurde eine Renovierung unumgänglich und der  nach seiner Form benannte Bau wurde umfangreich saniert. Im Herbst 2015 kam es dann zur Wiedereröffnung mit einem neuen Konzept (zbau).

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Innenansicht des 'Z-Baus' während der Umbauphase 2014

Innenansicht des ‚Z-Baus‘ während der Umbauphase 2014

Eingangsbereich zum Kulturzentrum Z-Bau

Eingangsbereich zum Kulturzentrum Z-Bau