Doggerwerk/Doggerstollen

Doggerwerk/Doggerstollen 1944/45
An der Hunnenschlucht/Ecke Südring
Happburg
Wikipedia

Die Bauarbeiten an den unterirdischen Stollen mit dem Tarnnamen ‚Esche1‘ an der Houbirg begann im Mai 1944 und waren mit Kriegsende noch lange nicht abgeschlossen. Auf insgesamt 120.000qm sollten BMW-Flugzeugmotoren Model 801 gefertigt werden.

Die Häftlinge mussten vom Lager in Hersbruck ca. 5km zu Fuß zur Baustelle gelangen – das Baumaterial wurde mit einer eigenen Bahn von Pommelsbrunn aus zum Ort gebracht. Im Mai 1945 hatten die Stollen eine Länge von ca. 4 Kilometern erreicht, was ungefähr 15% der geplanten Fläche entsprach.

Nach dem Krieg wurden die Zugänge der Anlage geschlossen und der Berg renaturiert. Einige Stollen mussten aus Sicherheitsgründen mit Beton ausgefüllt werden nachdem es auch zu Bergrutschen und Einbrüchen kam.
Insgesamt gibt es acht Stolleneingänge die durch Buchstaben gekennzeichnet sind, Nur durch den Eingang ‚F‘ ist es heute möglich in die Anlage zu gelangen. Der Eingang ist allerdings aus Sicherheitsgründen mit einer Stahltür gesichert.

Stolleneingang ‚H‘ ©2019

Unterhalb des Stolleneingangs ‚H‘ befinden sich noch Fundamente der Seilbahn.

Am Fuße der Hunnenschlucht, in unmittelbarer Nähe des Kriegerdenkmals, befindet sich heute ein öffentlich zugänglicher Gedenkort, der über die Arbeiten im Doggerstollen informiert.

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KZ-Gedenkstätte Hersbruck

KZ-Gedenkstätte Hersbruck
Amberger Straße 76
D-91211 Hersbruck
Website

Heute: Finanzamt, Parkplatz, Sportanlagen, Wohnbebauung

Konzentrationslager Hersbruck
Etwa 35km östlich von Nürnberg wurde im Juli 1944 das KZ-Hersbruck errichtet. Das KZ war dem Hauptlager Flossenbürg unterstellt und wurde ausschließlich für die Häftlinge genutzt, die in dem 5km von Hersbruck entfernten „Doggerwerk“ bei Happurg arbeiten mussten. Es sollte eine unterirdische Fabrik für BMW-Flugzeugmotoren mit einer Gesamtfläche von 120.000qm entstehen. Acht miteinander verbundene Stollen mit einer Gesamtlänge von 3,5km wurden in den Berg getrieben. Am Bau des Stollen waren auch zahlreiche private Firmen, wie AEG, Thosti, Tauber, Hocht-Tief AG und die Siemens Bau-Union beteiligt.

Plan Konzentrationslager Hersbruck

Die für die Aufsicht zuständige SS errichtete im Mai 1944 ihr Quartier im nahegelegen Happurg und beschlagnahmte zur Unterbringung von Arbeitskräften einige Scheunen und Häusern. Diese ersten KZ-Häftlinge, die aus Flossenbürg kamen, bauten in wenigen Wochen eine Schmalspurbahn von Hersbruck zum Baulager unterhalb des Houbirg bei Happurg (in dem das Doggerwerk entstand), erweiterten den nahegelegenen Bahnhof Pommelsbrunn und begannen mit den Ausbrucharbeiten am Stollen.

Eingangsbereich ehemalige SS-Kommandatur ©2004

Aufgrund des hohen Arbeitskräftebedarfs beschloss die SS das RAD-Gelände in Hersbruck zu pachten und in ein KZ umzuwandeln. Die Häftlinge mussten anfangs den 5km beschwerlichen Weg vom KZ zum Stollen zu Fuß bewältigen (später mit der Bahn), wo sie am Doggerwerk von dem Wachpersonal der „Großdeutschen Schachtbau und Tiefbohr GmbH“ übernommen wurden. Neben der sehr schweren und gefährlichen Arbeit im Stollen, waren sie zudem der Willkür und den Schikanierungen der Kapos (teilweise Schwerverbrecher) ausgesetzt.
Die Zustände im Lager waren so schlecht, dass die Bevölkerung Epidemien befürchtete und den Nürnberger SS-General Benno Martin um Hilfe bat. Dieser schaffte einige Verbesserungen und tauschte den Lagerleiter aus. Im Herbst 1944 wurde bei Happurg ein zusätzliches Lager in Förrenbach errichtet in dem sich ab 1945 auch ein eigenes Krematorium befand (vorher wurden die Leichen nach Nürnberg gebracht). Auch diese Lager wurden Anfang 1945 geräumt und die Insassen zu Märschen gezwunden, die oft mit deren Tod endeten. Insgesamt waren in den Lagern Hersbruck/Förrenbach 9.000 inhaftiert – 4.000 starben.

Foto: ©2004 / Auf dem Gelände des heutigen Stausees befand sich das Lager Förrenbach/Krematorium

Umgang mit dem Gelände nach 1945
Das Lager diente nach Ende des 2. Weltkriegs als Internierungslager für SS-Angehörige und – wie in vielen anderen ähnlichen Lagern – als Flüchtlingslager.
Anfang der 50er Jahre wurden die Baracken abgerissen, eine Wohnsiedlung und Tennisplätze auf dem Gelände errichtet. Die ehemalige SS-Kommandatur (RAD-Kaserne) wurde zunächst als Hauptschule, später als Finanzamt genutzt bis es 2007 abgerissen wurde. Auf dem Gesamtgelände entstanden 2009 Infotafeln zum Gelände sowie ein begehbarer, trapezförmiger Kubus mit Informationen zum Areal und zu den Schicksalen einiger ehemaliger Häftlinge.

Unweit des Gedenkortes wurde 2007 eine Skulptur des ehemaligen Häftlings und Bildhauers Vittore Boccetta mit dem Titel ‚Ohne Namen‘ eingeweiht.

Historischer Kunstbunker

Historischer Kunstbunker (1940)
Obere Schmiedgasse 52 / Nürnberg
Heute: Kann besichtigt werden (Website)

In einem alten (Bier-) Keller im Burgberg unterhalb der Nürnberger Burg wurden ab 1940 umfangreiche Umbaumaßnahmen
begonnen um wertvolle Kunstgegenstände bombensicher lagern zu können. So wurden die Gewölbe trocken gelegt und klima-
tisiert. Hier wurden u. a. die Reichskleinodien, Kunstwerke von
VeitStoß, Glasfenster, Gemälde und Stiche und andere wertvolle
Kunstgegenstände gelagert. Die Felsschicht über dem Gewölbe
maß 24 Meter. Heute gibt es regelmäßig Führungen des Förder-
vereins Nürnberger Felsengänge e.V durch den Kunstbunker.
Weitergehende Informationen bei Wikipedia
Aktuelle Fotografien (2019) gibt es beim Augenblicke-Fotoblog zu sehen.

Kunstbunker (ca. 1940)
Bauhof
Heute: Kunstbunker – Forum für zeitgenössische Kunst

Website

Ein weiterer Tiefbunker namens ‚Kunstbunker‘ befindet sich im sogenannten Bauhof zwischen Kunsthalle, Künstlerhaus K4 und dem Baureferat der Stadt Nürnberg. Ausgelegt auf 485 Plätzen war er nach dem Grundschutz ausgebaut. Heute befindet sich dort der ‚Kunstbunker – Forum für zeitgenössische Kunst. Ein Entlüftungsturm steht deutlich sichtbar auf dem heutigen Parkplatz oberhalb des Bunkers.

Paniersbunker

Paniersbunker (ab 1940)
Paniersplatz | Nürnberg
Nur innerhalb von Sonderführungen begehbar
https://www.felsengaenge-nuernberg.de

Der Eingang in den Paniersbunker befindet sich in einem der Keller der
heutigen Volksschule am Paniersplatz und ist nicht mehr öffentlich
zugänglich. Teile des Paniersbunker wurden während des 2. Weltkriegs
für den Kunstluftschutz verwendet. Der Bunker war mit einem Gang mitweiteren unterirdischen Bunkern der Nürnberger Altstadt verbunden.
Diese als Bunker genutzten Stollen wurden zumeist als Bierkeller vor
mehreren hundert Jahren angelegt und 2005 zum ersten Mal der Öffent-
lichkeit zugänglich gemacht.

Der Nürnberger Verein ‚Felsengänge-Nürnberg‘ bietet immer wieder Führungen an. Die Route führte (zum Zeitpunkt meines Besuchs 2006) vom
Schulkeller unterhalb des Paniersplatzes östlich durch den Tucherstollen,vorbei am Stahlkeller und südlich durch den Zeltnerskeller.
Von dort wieder westlich Richtung Weberskeller (unterhalb des Scharrer-Gymnasiums), durch die Kunstbergungsanlage und wieder zurück zum
Schulkeller unterhalb der Volksschule am Paniersplatz.

Das zehn-zwölf Meter und der Erde gelegene Bunkersystem ist mit dem Weberskeller, Zeltnerskeller, Stahlkeller, dem Greinerkeller, Hirschkopf-Burghardt-Keller sowie mit dem Speyerkeller verbunden

Weitergehende Infos: https://de.wikipedia.org/wiki/Paniersbunker
Aktuelle Fotografien von 2019 und Infos auch beim Augenblicke-Fotoblog.

KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
Gedächtnisallee 5-7 | D-92696 Flossenbürg 
Mehr Infos auf der Website der Gedenkstätte
Bestand des Lagers: Mai 1938-Mai 1945

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Blick über das zum Teil mit Wohnbauten überbaute Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers ©2018

Die SS gründete 1938 die DEST (Deutsche Erd- und Steinwerke), die dem SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt in Berlin unterstellt war und seine Erzeugnisse an das Deutsche Reich verkaufte. Die DEST hatte die Aufgabe Baumaterial zu liefern. So wurden die Konzentrationslager Natzweiler-Stuthof (F), Mauthausen (AUT),  Groß Rosen (POL) und Flossenbürg nahe der tschechischen Grenze errichtet um Granit für die Großbaustellen im Deutschen Reich zu liefern. Auch nach Nürnberg zum Reichsparteitagsgelände wurden Steine angeliefert, die jedoch nie auf dem Gelände verbaut wurden.

DEST-Verwaltungsgebäude / Postenhaus (1940):

Inhaftiert waren vorwiegend „Berufsverbrecher“, „Asoziale“ und Homosexuelle. Ab 1940 kamen auch Juden und politische Häftlinge sowie russische, polnische und tschechische Kriegsgefangene ins Lager. Sehr bald nach Errichtung des Lagers begannen die Arbeiten im Steinbruch. Zu diesem Zwecke wurden über 2.000 Häftlinge zu Steinmetzen ‚ausgebildet‘. Ab 1942/43 wurden die Häftlinge auch zur Produktion von Jagdflugzeugen herangezogen. Im Lager herrschten zum Teil katastrophale Bedingungen. Die Häftlinge bekamen während des 12-Stunden Arbeitstages nicht genügend zu essen, Krankheiten brachen aus und die Häftlinge mussten auch under den Schikanierungen der ‚Kapos‘ leiden. Die Häftlinge arbeiteten sich im wahrsten Sinne des Wortes „zu Tode“ (Vernichtung durch Arbeit).

Der Steinbruch:
Bereits seit dem 18. Jahrhundert wird in Flossenbürg Granit abgebaut. Ab 1938 wurde der Stein dann hauptsächlich für die Großbauten der Nationalsozialisten gebrochen – der Grund für die Errichtung des Lagers. Ab 1942 war er auch überwiegend Standort für die Rüstungsproduktion des Flugzeugherstellers Messerschmitt.
Die zum Teil unter Denkmalschutz stehenden Werkstätten und Gebäude befinden sich in einem extrem schlechten Zustand und verfallen zusehends.  Der Steinbruch selbst ist noch bis 2024 aktiv, danach soll er in die Gedenkstätte einbezogen werden – so zumindest der Plan.

Das Lager:
Das KZ Flossenbürg wurde im letzten Kriegswinter zum Auffanglager für die aufgelösten Lager im Osten des Reichs. Zu den prominentesten Häftlingen zählten Dietrich Bonhoeffer, Wilhelm Canaris, Ludwig Gehre und Hans Oster, die noch im April 1945 hingerichtet wurden. Am 20. April 1945 wurde das Lager evakuiert und die Insassen auf Todesmärsche Richtung Süden geschickt. Am 23. April wurde das Lager von amerika-nischen Soldaten Insgesamt waren in den 7 Jahren der Existenz des KZ-Flossenbürg und dessen Außenlagern 100.000 Menschen inhaftiert – mindestens 30.000 überlebten es nicht.
Bilder folgen

SS-Wohnsiedlung:
Bereits Ende 1938 konnten die ersten der auf dem Hang direkt am Lager gelegenen SS-Wohnhäuser für den Lagerkommandanten sowie für höhere SS-Offiziere mit ihren Familien bezogen werden. Die restlichen Häuser wurden 1939 fertiggestellt. Nach dem Krieg wurden die unbeschädigten Gebäude von Offizieren der US Army und später von Bediensteten der UN-Flüchlingsorganisation UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration) bezogen, die sich um die Displaced Persons kümmerten. Im Laufe der Zeit wurden die Häuser dem Freistaat Bayern übertragen, die Häuser an Privatpersonen versteigert. Sie stehen heute unter Denkmalschutz.

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SS-Wohnsiedlung ©2014

Nach 1945

Nach dem Krieg diente das Lager bis März 1946 als amerikanisches Kriegsgefangenen-lager für SS-Angehörige. Bis 1947 kamen soganannte ‚Displaced Persons‘ aus Polen in den Gebäuden unter, bevor 1948 heimatvertriebene Deutsche aus Böhmen und Schlesien die Unterkünfte als Zwischenunterbringung nutzten. In den Folgejahren wurden die Baracken abgerissen und auf dem Areal ab 1957 Wohnhäuser errichtet.

Des Weiteren befand sich bis in die 90er Jahre hinein ein Firmengelände auf dem ehemaligen Konzentrationslager. Erst in den letzten letzten Jahren rückte die Existenz des Lagers wieder in das Bewusstsein und es entstand in mehreren Bauabschnitten die Gedenkstätte mit dem heutigen Besucher-, und Bildungszentrum.

Das Besucher-, und Bildungszentrum:

Zwangsarbeit in altem Bierkeller

Ort: Oberfranken
Privatbesitz, deswegen keine Ortsangabe.

In diesem alten Sandstein-Bierkeller aus dem 18. Jahrhundert wurden nach meinen bisherigen Informationen elektronische Kleinteile für ein ursprünglich Spielzeuge herstellende Nürnberger Firma hergestellt, die für die Rüstungsproduktion vorgesehen waren. Ab Mitte/Ende 1942-1945 soll die Anlage in Betrieb gewesen sein.

Eine Inschrift mit einem P in einer Raute (Kennzeichnung für polnische Zwangarbeiter ab März 1940) lässt darauf schließen, dass hier auch polnische ‚Fremdarbeiter‘ eingesetzt waren.

Weitere Quellen sprechen von Augenzeugenberichten die besagen, dass die Keller auch als Luftschutzbunker benutzt wurden.

Nähere Informationen hoffe ich bald in Erfahrung zu bekommen.

Hochbunker ‚Wöhrd‘

Hochbunker Wöhrd/Luftschutzzentrale (1940/41)
Hirsvogelstraße
Heute: Private Nutzung/Dunkelcafé


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er große Bunkerbau im Nürnberger Stadtteil Wöhrd kann noch heute 678 Personen Platz bieten. Ein Teil des 1942 fertig gestellten Bunkers ist Teil des „Erfahrungsfelds des Sinne“ und werden als Dunkelräume genutzt. Dort kann man eine „Dunkelbar“ besuchen. Der Stadtteil Wöhrd würde während der Bombenangriffe der Alliierten besonders schwer getroffen und zerstörte den Großteil des alten Ortskerns.

HIRSCHBACHTAL – OBERKLAUSEN

Hauptbauzeit: 1937-1938
Oberklausen

Um die Sichtverhältnisse des geplanten Stadions auf dem Nürnberger Reichsparteitaggelände auf den oberen Rängen zu testen, wurde im ca. 45km von entfernten Hirschbachtal bei Oberklausen, ein Hang ausgesucht, der in etwa den Neigungswinkel hatte, den auch die geplante Tribüne bekommen sollte. Mehrere hundert Arbeiter waren 1,5 Jahre mit dem Bau beschäftigt. 1938 besichtigte Adolf Hitler zusammen mit Albert Speer, der für das Gesamtkonzept des Reichsparteitaggelände verantwortlich war, die Baustelle in der Oberpfalz.

Foto-Update 3/2019:

Dort wurde ein Teilstück der Tribüne mit verschiedenen Neigungswinkeln in Originalgröße nachgebaut um die Sicht zu testen. Nach dem Krieg wurden die Holztribünen für den Häuserbau verwendet. Die Betonfundamente und einige Halterungen der Tribüne sind noch heute sichtbar. Vor einigen Jahren wurde an der Landstraße, unterhalb des Hangs, auch eine Info-Tafel angebracht die über die Geschichte des „Stadionbergs“ informiert.

Ältere Fotos von 2004:

GÄSTEHAUS DER NSDAP

Gästehaus der NSDAP (1935/36)
Bahnhofsplatz 3/Gleißbühlstraße
Heute: Umbau zu einem Hotel

Innerhalb von nur sieben Monaten wurde dieses Großhotel für die Ehrengäste der NSDAP während der Reichsparteitage neben dem schon bestehenden Grand Hotel errichtet. Die Sandsteinverblendung wurde allerdings erst später fertiggestellt. Der Dachbereich ist nicht mehr original erhalten. Nach dem Krieg wurde das Hotel für die Anwälte und Richter der Nürnberger Prozesse von der amerikanischen Militärregierung verwendet und dann als „American Bavarian Hotel“ genutzt. Auf der Rückseite des Gebäudes kann man noch einige amerikanische Beschriftungen entdecken.

1996 wurde der Bau in ein Appartment-Wohnhaus mit Gastronomie im Eingangsbereich umfunktioniert und stand mit kurzfristigen Unterbrechungen seit ca. 2003 leer. Dringend nötige, umfangreiche Sanierungen hielten Investoren trotz zentraler Lage lange Zeit davon ab sich dem Gebäude anzunehmen.

Mittlerweile wird das ehemalige Gästehaus der NSDAP, indem u.a. Hermann Göring während der Reichsparteitage in einer eigenen Suite nächtigte, zu einem Hotel der Kette Park Plaza saniert und umgebaut. Die Eröffnung ist für Anfang 2016 geplant.

Bericht der NN

HAUPTPOSTAMT

Hauptpostamt (1931-1935)
Am Bahnhofsplatz 1
Heute: Postfiliale | leerstehend | Abriss 2018

Bereits 1861 stand auf dem Gelände das erste Postgebäude welches dann 1914 mit einem ‚Rundbau‘ erweitert, aber erst 1924 fertigestellt wurde.1931 ersetzte der sogenannte ‚Kopfbau‘ das alte Bauwerk im Stile der Neuen Sachlichkeit, welches ein Stahlkelett als Grundgerüst erhielt. Architekt war Max Kälberer.

Frankens ‚Gauleiter‘ Julius Streicher ließ 1933, nach der Machtübernahme der NSDAP im Nürnberger Stadtrat die Pläne zugunsten von Arkaden im Erdgeschoss und eines Walmdaches ändern und überwarf die streng kubistischen Pläne Kälberers. Von 1935 bis 1994 wurde die Nürnberger Post dort sortiert und dann ausgetragen. Das im 2. Weltkrieg beschädigte Gebäude wurde bereits 1947 leicht verändert wieder aufgebaut.

Nach dem Erwerb des Komplexes durch einen Investor im Jahr 2014 wurde bekanngegeben, dass der unter Denkmalschutz stehende alte Rundbau bis auf die Außenfassade und die Treppenhäuser kernsaniert werden soll und der markante ‚Kopfbau‘ direkt am Bahnhof wohl einem Neubau weichen muss. Eine Online-Petition für den Erhalt des Gebäudes scheiterte 2015 mangels Beteiligung. So scheint das Schicksal des Gebäudes besiegelt zu sein.
Bericht in den NN 7/2015
• Infos der Stadtbild Initiative Nürnberg

Update 2018: Mittlerweile wird das Gebäude abgerissen, das alte Postgebäude aus den 20er Jahren soll rudimentär bestehen bleiben, der markante ‚Kopfbau‘ allerdings wird schon in wenigen Tage Geschichte sein.